Luminale mit „Highlight Offenbach“ - Licht in der Finsternis

Gleich vier Installationen tauchen das im Umbruch befindliche Hafengelände in ein neues Licht. Mit der Organisation und Koordination hat die Offenbacher Projektentwicklungsgesellschaft (OPG) Georgios Kontos, Mitglied der Gestaltergruppe werkbund.jung, betraut.

Offenbach - Man soll sein Licht nicht unter den Scheffel stellen. Dieses Wort aus dem Buch der Bücher hat Angela Sluyter von der Evangelischen Stadtkirchengemeinde für den Offenbacher Beitrag zur Luminale gefunden. Mit 40 Projekten strahlt die Kreativstadt vom 15. bis 20. April ins Rhein-Main-Gebiet.Von Markus Terharn

So viele waren es noch nie bei der künstlerischen Schwester der Messe „light + building“. Motto: „Highlight Offenbach“.

Im Turmstumpf der ehemaligen Schlosskirche (Kirchgasse 17) wird ein anderes Bibelzitat lebendig: „Und das Licht leuchtet in der Finsternis.“ Auf gut Latein hat die Künstlerin Gabriele Juvan ihr Projekt „In tenebris“ getauft. Es handelt sich um einen Cocoon, der das alte Gemäuer von innen leuchten lässt. Jeden Abend ist Programm. So unterhält sich eine Plastische Chirurgin mit einem Tätowierer über „Zeichen auf der Haut“; ein Landschaftsarchitekt reflektiert über Ruinen; eine Performerin bezieht ihr Publikum ein; ein Trompeter improvisiert.

Als Ausgangspunkt empfiehlt sich die Heyne-Kunst-Fabrik (Ludwigstraße 80d). Auf der Freifläche am Nordring animiert Helge Bomber Steinmann Graffitikünstler zu Architekturmalerei mit Licht und Feuer. Thomas Kypta lässt die einstige Schraubenfabrik in grünem Licht erstrahlen und stellt Räume zur Verfügung. Knut Hartmann bespielt das Infozentrum mit einer Installation, die Gruppe botticelligmbh & cokg um den Offenbacher Johannes Kriesche das Säurebad mit „Art in the Dark“. Lisa Hopf hat ein baumartiges Gewächs geschaffen, Edith Kollath ein Pendel aus Glühbirnen konstruiert. Sandra Decker-Jung füllt einen Rahmen mit Spektralfarben des Sonnenlichts. Corinne Schneider verwandelt ein Skelett zum Lichtpferd. Stefan Bechert bringt Berliner Lichtobjekte mit.

Auftakt ist mit der „Opening Party“ am Samstag, 14. April, 19 Uhr, im Hafen 2. Auf dem „Leuchtstoff-Catwalk“ (20, 22 Uhr) zeigen 20 Schülerinnen der Schule für Mode. Grafik. Design. ihre Lichtmode, die tatsächlich tragbar ist.

Im Hafen laden vier Installationen zur Betrachtung ein: „Fenster zur Stadt“ von Balázs Vesszösi, „Sublime Landschaft“ von Anselm Schenkluhn, der „Waggon zur Luminale“ und die „Lichtspiele II“ auf der Mole.

Weitere Blitzlichter:

Die Leuchtreklame-Firma Nordlicht (Hertzweg 4) gibt Frankfurter Städel-Studenten Gelegenheit zu glänzen.

Zum Farbraum machen Thomas Hebbel, Stephanie Ress und Thomas Hörle das Loftbüro der Marketingagentur 200grad (Ludwigstraße 8). Besucher mit Smartphones können Einfluss nehmen.

Leuchten der Bauhauszeit, Frankfurter Designklassiker unter anderem von Christian Dell, zeigt das Atelierhaus B71 (Bettinastraße 71).

Die Katholische Jugend St. Elisabeth illuminiert und beschallt das Gotteshaus (Richard-Wagner-Straße 73).

Über „90 min. Höhensonne“ lesen Theresa Buschmann und Lars Popp im Bücherturm (Herrnstraße 84).

Das Team von OFlovesU führt kostenlos viermal über das Hafengelände.

Federführend ist die städtische Wirtschaftsförderung, deren Chef Jürgen Amberger meint: „So funktioniert Kreativwirtschaft. Jeder muss sein Projekt selbst gestalten und einen finden, der’s finanziert. Wir koordinieren alles.“

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