Luminale in Offenbach

Leuchtende Beispiele

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Offenbach - Bei der Eröffnung der Luminale in Offenbach, ging es ruhiger zu als bei den zahlreichen Anlaufpunkten in Frankfurt. Der guten Laune tat das keinen Abbruch. Von Claus Wolfschlag

Das Hafengebiet zog vor allem Nachtschwärmer an, die es sich bei warmen Temperaturen am Wasser gemütlich machten. Auf den Bänken am Kulturzentrum „Hafen2“ sitzend, störte es die Besucher so auch nicht, dass von den drei Lampenschirmen der Installation „Die Drei“ nur einer brannte. Auch die bunten Lichtschläuche von Johannes Kriesche und Nicklas Beinghaus, die die Installation „Feel Oval“ darstellten, dienten den Gästen wohl eher der Garnitur eines gemütlichen Abends.

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Noch weit mehr den Anflug einer romantischen Sommernacht vermitteln die Lichtelemente, die das neue Hafenviertel bewerben sollen. Besucher nahmen auf der Hafentreppe Platz und betrachteten versonnen die im Wasser schwimmenden Lichtzelte der Gruppenarbeit „Makoko“. Neben ihnen bauten Fotografen ihre Stative auf. Kinder rannten auf der nahe Wiese zwischen einem Wald aus beweglichen Leuchtstoffröhren herum, Peter Beckers Installation „Umschwung“, während auf der Terrasse der nahen Ölhalle Partygäste feierten. In der Halle zeigte Christos Voutichtis, der selbsternannte „schlimmste Grieche“, seine Skulptur „Parasitic System“ aus hoch aufgetürmten Pappkartons. „Die industriell gefertigten Elemente passen einfach gut zur ehemaligen Industriehalle“, sagte er.

War man am Hafenareal noch bemüht, das Potenzial des Ortes auszuschöpfen, so gelang dies in der Heyne-Fabrik weniger. Der große Hof, vor zwei Jahren faszinierend bespielt, blieb ungenutzt. Nur ein Glühbirnenbaum leuchtete in einer entfernten Ecke. Aus einem offenen Werkraum blitzte und dampfte es zu knatternden Tönen – ein Symbol der Vergänglichkeit der Maschine. Die Innenräume zeigen als „Artifical Light Paradise“ eine Gruppenausstellung niederländischer Künstler.

Luminale in Offenbach und Frankfurt

Luminale in Offenbach und Frankfurt

In der Innenstadt zeigten sich starke Kontraste. Während der Kunstverein im ehemaligen IHK-Gebäude am Platz der Deutschen Einheit mit einem gut besuchten Konzert von Axel Kemper-Moll und Jessica Born feierte, bot die Stadtkirche stille Andacht bei der Installation „Die 5 Elemente“ von Gabriele Kunz. Diaprojektoren warfen Bilder von Feuer, Wasser, Erde und Luft an die Kirchenwände. Das Altarfenster wurde stellvertretend für die göttliche Ebene als fünftes Element von außen bestrahlt. Sehenswert auch die Arbeiten, die ganze Hausfassaden bespielen, darunter „Luminouscube“ an der Sparkasse von Bernd Georg.

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