Heute trainieren vor allem Familienhunde beim Schutz- und Polizeihundeverein

Lust an Bewegung fördern

Offenbach - Luna liegt im Schatten und hechelt. Auch ihr Frauchen Denise ist ins Schwitzen gekommen. Die 20-Jährige verschnauft. Jeden Dienstag kommt sie mit ihrer Podengo-Hündin Luna zum Training in den Bierbrauerweg 5. Von Katharina Skalli

Hier übt nicht nur das Duo auf sechs Beinen, sondern auch der Hundesport-Nachwuchs des 1. Hessischen Schutz- und Polizeihundevereins Offenbach.

Mit der Übung, bei der sich ein Hund in den Unterarm eines geschützten Helfers verbeißt, hat das Training wenig zu tun. Mittlerweile steht die Freude an gemeinsamer Arbeit und Bewegung im Vordergrund. Der Turnierhundesport ist heute Schwerpunkt. Das war nicht immer so, aber während seines 100-jährigen Bestehens hat sich in dem Hundeverein viel gewandelt. Die Organisation hat den Wandel der Rolle des Hundes in der Gesellschaft rechtzeitig erkannt und sowohl sein Angebot als auch seine Bestimmungen geändert. Heute jagen meistens junge Mädchen mit ihren Hunden über die gepflegte Wiese und springen über die verschiedenen Hindernisse. Ob Dogge oder Chihuahua - mittlerweile ist der Club für alle offen. 150 Mitglieder zählt er zurzeit. Am Sonntag, 21. August, feiert der Club ab 10 Uhr seinen Geburtstag mit Festakt und Tag der offenen Tür.

Der Vereinsname klingt zwar noch so, als würde man auf dem Gelände vor dem Restaurant „Parkterrasse“ vor allem auf Schäferhunde, Boxer, Rottweiler und Dobermänner treffen. Doch tatsächlich tollen überwiegend Mischlinge, Labradore, Australian Shepherds und Collies auf der Wiese. Anstatt Schutz- und Polizeihunde sind es Familienhunde, die ausgebildet werden. Der Name der Organisation geht auf die Anfänge zurück. 1911 gründeten Polizisten und honorige Bürger wie Kommerzienräte und Telegrafendirektoren, die Schutzhunde hielten, den Verein. Der erste Vorsitzende war Polizeikommissar Horst.

Denise und ihre Hündin Luna sind mit Leib und Seele Vereinsmitglieder. „Unsere Familie hatte schon immer Hunde“, sagt die 20-Jährige. Luna ist ihr erster eigener Schützling. Jede Woche trainieren sie. Der Erfolg bleibt nicht aus. Im vergangenen Jahr belegten sie den vierten Platz der Deutschen Meisterschaft im Geländelauf. Die Angebotspalette des Vereins ist umfangreich. Hund und Herrchen können zwischen Vierkampf, Shorty, CSC, Gelände- und Hindernislauf wählen. Für die jüngsten Vierbeiner bietet der Verein eine Welpenstunde. Fast täglich ist auf dem Rasen hinter dem Leonard-Eißnert-Park Vierbeiner-Programm .Auch Nicht-Mitglieder dürfen das Angebot wahrnehmen. Es gibt Schnupperstunden und Zehnerkarten. Aber natürlich ist der Vorstand daran interessiert, neue Mitglieder zu werben.

Wichtig sei vor allem, dass die Tiere gehorchen und ein gesundes Sozialverhalten haben, meinen Reinhold Chowanietzer und Rudolf Reiter, die Vereinsvorsitzenden. Chowanietzer hat selbst zwei Doggen-Dobermann-Mischlinge. „Es ist wichtig, den Hunden Gehorsam beizubringen“, sagt der erste Vorsitzende. „Die Begleithundeprüfung ist Voraussetzung für den Turniersport“, ergänzt Schriftführer Michael Hübner. „Die sollte eigentlich jeder Hundehalter ablegen“, sagt er, während es sich sein Dobermann zu seinen Füßen bequem gemacht.

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