Lyrik-Debüt von Safiye Can erschienen

Ihren Wunsch verwirklicht

+
Attraktive Dichterin: Safiye Can

Offenbach - Die Lyrikerin Safiye Can hat ihr erstes Buch veröffentlicht. „Rose und Nachtigall“ ist eine Sammlung von Liebesgedichten. Von Ernst Buchholz

Die Autorin, deren Großvater von der Schwarzmeerküste der Türkei nach Offenbach gezogen war, ist im Stadtkrankenhaus geboren. Erste Förderung erlebte sie als Kind tscherkessischer Eltern an der Goetheschule, wo ihr die Deutschlehrerin Annelie Menties besondere Fantasie und Gewandtheit in frühen Schulaufsätzen bescheinigte. Die Zeugniseinträge zeigt Safiye Can heute noch stolz; sie erinnert sich dankbar an ihre frühe Förderin.

Nach dem Wechsel in die Schillerschule brachte sie ihre Kreativität eher im Kunstunterricht ein. An der Rudolf-Koch-Schule folgte das Abitur, diesem das Studium der Philosophie, Jura und Psychoanalyse an der Universität Frankfurt – Magisterexamen 2011 mit 1,0 in allen Fächern.

Veröffentlichungen in Zeitschriften

Eisern hält die junge Autorin an ihrem Wunsch fest, Dichterin zu werden. Bei einem Besuch ihrer Tante, die in Samsun am Schwarzen Meer lebt, schenkt ihr diese zum 15. Geburtstag einen Band mit türkischer Poesie. Safiye ist so fasziniert, dass sie selbst beginnt, Gedichte zu schreiben; erst auf Türkisch, dann merkt sie, dass ihr in Deutschland das Publikum dafür fehlt. So schreibt sie konsequent auf Deutsch weiter.

Es folgen Veröffentlichungen in Zeitschriften, Lesungen – auch in der Stadtbücherei und im Haus der Stadtgeschichte sowie an Schulen –, Übersetzungen aus dem Türkischen. Am bekanntesten ist das Kinderbuch „Die Fledermaus, die keine war“, das aufgrund ihrer Übertragung ins Deutsche in 16 weitere Sprachen übersetzt wurde. Es kamen erste Preise und eine kurze Krankheitsvertretung als Deutschlehrerin an der Rudolf-Koch-Schule.

Jetzt also „Rose und Nachtigall“, das fünf Jahre Vorbereitung gebraucht hat. Es zeigt die ganze Bandbreite ihrer Produktion. Der Band, in fünf Kapitel angeordnet, enthält konkret-visuelle Poesie sowie Langgedichte. Bestechend die realistische Sprache: Das lyrische Ich spricht direkt den Leser an. Der Abschnitt „Rose und Nachtigall“ erinnert an eine Tradition, die von altpersischer Literatur bis zu Oscar Wilde reicht. „Dem Leser“ gewidmet, dürfte das Buch überraschen als erster professioneller Ansatz einer zweisprachigen Lyrikerin aus Offenbach und Beitrag zur multikulturellen Identität dieser Stadt.

Lederwaren-Messe in Offenbach

Lederwaren-Messe in Offenbach

Mehr zum Thema

Kommentare