Autorin Safiye Can

Lyrik, die Spuren hinterlässt

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Die erfolgreiche Offenbacher Autorin Safiye Can soll als Schulkünstlerin den Schillerschülern Lyrik näher bringen.

Offenbach - Lyrik, also Text in Gedichtform, polarisiert. Mancher verschlingt sie, für andere, vermeintlich viele Schüler im Deutschunterricht, bleibt sie ein Buch mit sieben Siegeln. Von David Heisig

Die Offenbacher Autorin Safiye Can sieht das mit der Rezeption ihrer Werke gelassen: „Die Leute verstehen meine Gedichte.“ So auch bei ihrer Lesung in der Schillerschule. Diese ist Auftakt zum aktuellen Schulkünstlerprojekt und Can die Pate stehende Künstlerin fürs kommende Schuljahr. Ihr Debut „Rose & Nachtigall“, ein Band mit Liebesgedichten, ist im April erschienen. Nun ist die zweite Auflage draußen. „Das nennt man wohl Bestseller“, freut sich die Autorin und zeigt sich überrascht, dass ihr Werk so gut ankommt. „Wow“, ist auch die Reaktion von Ottilie Wenzler, Geschäftsführerin der Stiftung der Frankfurter Sparkasse. Diese unterstützt das Schillerschul-Projekt und ist hocherfreut, dass mit Can eine gut angenommene Patin gewonnen wurde. Auch Christine Orth, Organisatorin der Arbeitsgemeinschaften an der Schillerschule, zeigt sich begeistert.

Das Schulkünstlerprojekt ist Teil eines vielfältigen Angebots „jenseits von Notendruck und Lehrplänen“, erläutert Orth. Wichtig sei für Schüler „die Begegnung mit Personen, die keine Lehrer sind“. Künstler kennen zu lernen soll ihnen „neue Horizonte eröffnen“. Can ist die 20. Schulkünstlerin. Novum ist, dass sie selbst an der Goethestraße die Schulbank gedrückt hat. Eine enge Bindung ist also vorhanden. So sei der Kontakt über eine ehemalige Kunstlehrerin zustande gekommen. Ersten Lesungen folgt der Dichterclub.

Einfach ist es nicht, Lyrik zu vermitteln und ein klares Projektergebnis zu erarbeiten. Der Graffiti-Künstler, der vor ein paar Jahren Pate war, hatte es leichter. Seine mit Schülern kunstvoll besprühte Wand auf dem Schulhof ist weithin sichtbar. „Der wurde gut angenommen“, so Orth. Eine andere Künstlerin hatte das Thema „Jugendkultur“ gewählt und mit den Schülern eine Jugendzeitschrift entworfen. Can ist sich dessen bewusst. Vielleicht könne man zwei „starke Verse“ auswählen und mit schöner Schrift auf dem Schulgelände verewigen, meint sie. Auf alle Fälle wolle sie „Spuren hinterlassen“. Wichtig ist ihr, einen Überblick zu schaffen, was Lyrik sei und „was es so gebe an zeitgenössischen Werken“. Immerhin sind die Teilnehmer, die sich in die AG einwählen können, zwischen elf und 16 Jahren alt.

Frankfurter Buchmesse 2013: Impressionen

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Im zweiten Schritt will Can mit dem Dichterclub selbst Texte schreiben. „Dichtung ist für uns was Neues“, erklärt Orth die offene Erwartungshaltung. Auch Wenzler ist gespannt auf das Bevorstehende. Die Schillerschule gehört schon lange zum Förderprogramm des Geldinstituts. 500.000 Euro stellt die Sparkassenstiftung jährlich für Projekte aus Bildung, Erziehung und Kunst im Rhein-Main-Gebiet zur Verfügung. Can will auch mit Gedichten aus ihrem Werk „Rose & Nachtigall“ arbeiten. Der Titel ist ein altes Motiv aus der persischen Lyrik. Einen ersten Eindruck vermittelt sie den jungen Zuhörern bei der Lesung in der Aula.

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