Schülerinnen erhalten Einblick in technische Berufe

Mädchen auf MINT-Tour

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IHK-Referent Thomas Süsser

Offenbach - „Frauen-Stärken-Offenbach“ - in der ersten Woche der Herbstferien haben 15 Schülerinnen an einem einwöchigen Workshop der Industrie- und Handelskammer (IHK) Offenbach und der Stadt teilgenommen.

Ziel des Projektes ist es, Mädchen für die Ausbildung in den Bereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik (MINT) zu begeistern. IHK-Präsident Alfred Clouth erklärte dazu: „Ich freue mich, dass die Industrie- und Handelskammer in Kooperation mit dem Offenbacher Frauenbüro die Veranstaltung ,Ferien mal anders - Mädchen auf Berufetour" ins Leben gerufen hat und das einige großartige Unternehmen aus Stadt und Kreis Offenbach mitmachen. Unser aller Ziel muss es sein, auch junge Frauen für MINT- Berufe zu begeistern. “ Doch wie soll das konkret aussehen? Muss bei der Berufsausbildung noch mehr für Mädchen und junge Frauen unternommen werden?.

Unser Redaktionsmitglied Peter Schulte-Holtey fragte bei Thomas Süsser nach. Er ist Referent für Aus- und Weiterbildung bei der Industrie- und Handelskammer Offenbach:

Für die Mädchen war das bestimmt eine interessante Schnupperwoche. Welche Angebote konnten Sie machen?

Die Schülerinnen bekamen dabei Einblicke in verschiedene Berufe aus dem MINT-Bereich - Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik - und konnten auch sich selbst ausprobieren. Neben einem ersten Schnuppern in den Betrieben und in die Tätigkeiten einzelner Berufsbilder, konnten die Mädchen ihr praktisches Geschick auch in einer Holzwerkstatt testen und erhielten Tipps rund um das Bewerbungsverfahren. Auf dem Programm standen Besuche der Offenbacher Dienstleistungsgesellschaft, der Energieversorgung Offenbach, der Deutschen Flugsicherung in Langen und des IT-Unternehmens Giegerich & Partner in Dreieich.

Dabei lenken Sie den Blick vor allem auf die duale Berufsausbildung ...

Genau - denn unsere Mitgliedsunternehmen beschäftigt weiterhin die Frage, die angebotenen Ausbildungsstellen mit geeigneten Bewerbern besetzen zu können. Und da moderne technische Berufe schon lange nichts mehr mit körperlicher Arbeit zu tun haben, kommen diese natürlich auch für Mädchen und junge Frauen in Frage. Leider ist deren Interesse an technischen Berufen noch immer sehr gering ausgeprägt - vielmehr strebt die Mehrzahl der Mädchen auch in diesem Jahr in wenige kaufmännische oder medizinische Berufe. Gleichzeitig hält - besonders bei den Mädchen - der Trend zum weiteren Schulbesuch an in der Hoffnung, dort höhere Schulabschlüsse und die Hochschulreife zu erwerben. Dabei lässt sich diese auch parallel zu einer betrieblichen Berufsausbildung oder über eine Weiterbildung nach der Lehre erwerben. Karriere auf der Grundlage einer Berufsausbildung ist möglich und die Unternehmen bieten jungen Menschen immer bessere Karrieremöglichkeiten, denn sie wollen auch mit Blick auf den sich anbahnenden demografischen Wandel die jungen Fachkräfte nach Abschluss der Ausbildung möglichst an das Unternehmen binden.

Welchen Rat geben Sie Mädchen in der Region? Welche Angebote sollten Sie nutzen - zum Beispiel bei der Praktikumssuche?

In der Internet-Lehrstellenbörse der IHK Offenbach finden sich schon jetzt 270 Ausbildungsangebote für das kommende Jahr und alle dort genannten Unternehmen bieten grundsätzlich auch Praktika an. Die Börse ist über www.offenbach.ihk.de zu erreichen. Dort bieten wir auch eine App, mit der die Lehrstellenbörse auf dem Smartphone installiert werden kann. Wir laden alle Mädchen - und die Jungs natürlich auch - ein, sich dort frühzeitig zu informieren und auch Berufe in die engere Wahl zu nehmen, die noch nicht ganz oben auf der Wunschliste stehen. Ansonsten darf ich schon jetzt alle zu unserer nächsten Ausbildungsmesse am 9. und 10. Mai 2014 in die Stadthalle Offenbach einladen. Rund 80 ausstellende Betriebe werden dort wieder ein breites Spektrum auch technischer Berufe vorstellen.

Was sind Ihrer Meinung nach weiterhin die größten Hindernisse, wenn es darum geht, Mädchen für MINT-Berufe zu begeistern?

Hier kann ich nur mutmaßen - vielleicht liegt es daran, dass sich Jungs in der Schule oder privat immer dann nach vorne drängen, wenn es um Technik oder Computer geht. Und die Mädchen halten sich dann vornehm zurück. Auch deshalb bieten wir mit dem MINT-Feriencamp einen Rahmen, in dem Mädchen „ungestört“ klassisches Rollenverhalten durchbrechen können.

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