Mit Selbstbewusstsein am Ball

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Konzentriert bei der Sache: Ob da wohl eine neue Birgit Prinz oder Marta dabei ist?

Offenbach - „Steckt in dir die neue Birgit Prinz oder Marta? - Finde es heraus!“ Mit diesem Slogan werben das Sportamt, die Sportgemeinschaft Wiking und die Kickers Offenbach gezielt Mädchen zwischen zehn und 16 Jahren an, die im Verein Fußball spielen möchten. Von Silke Gelhausen

Jährlicher Höhepunkt dieses Projektes war der dritte Offenbacher Mädchenfußballtag im Sportzentrum Wiener Ring. Hier wurde zwar noch keine Nachwuchs-Weltfußballerin entdeckt, dafür hatten 80 Kickermädchen jede Menge Spaß an Spiel und Wettkampf. Zum ersten Mal fand die Veranstaltung an einem Samstag statt, so hatten auch Eltern und Geschwister die Möglichkeit, ihre Kickerin anzufeuern.

Damit der Familie zwischendurch nicht der Magen knurrt, hat das Jugendzentrum KJK Sandgasse das Catering übernommen. Das Jugendamt stellt auch das „Soccer Mobil“ zur Verfügung. Auf dem zehn mal 15 Meter kleinen mobilen Fußballfeld spielen die Neun- und Elfjährigen gegeneinander. Die „großen“ 12- und 14-Jährigen dürfen den richtigen Platz nutzen. „Vier gegen vier“ kämpfen die acht Teams in zwei Altersklassen gegeneinander, die Gewinnermannschaft erhält einen Wanderpokal des Sportamts. 2011 ging der an den fünften Jahrgang der Mathildenschule, deren Mädchen gehen auch dieses Jahr selbstbewusst ins Rennen. Eine davon, die elfjährige Nicoletta Giudice, ist zum dritten Mal dabei, ihr Vater Giuseppe macht ein „bisschen Aufpasser“ für das Team. Giuseppe Giudice: „Wenn die Mädchen gewinnen, lade ich wieder alle zu McDonald’s ein.“ Das spornt an. Wer keine Lust mehr auf Training und Match hat, der kann sich am großen aufblasbaren „Human Soccer“ oder dem ebenfalls luftgefüllten Sportmobil des Landessportbundes austoben. Ehrgeizige erwerben das DFB- und McDonald‘s-Sportabzeichen oder lassen ihre Schussgeschwindigkeit ermitteln.

Bilder vom Fußballmädchentag

Mädchenfußballtag: Junge Kickerinnen haben Spaß

Seit April 2010 gibt es das Projekt Mädchen- und Frauenfußball an vielen Offenbacher Schulen. Qualifizierte und bezahlte Übungsleiterinnen wie Birte Bergener trainieren die Schülerinnen in speziellen AGs, inzwischen machen dort 200 Mädchen mit. Training ist zweimal wöchentlich bei den Kickers und der SG Wiking am Wiener Ring. Mit den talentiertesten Mädchen wurde im vergangenen Jahr eine Fördergruppe gebildet. Der Migrantinnenanteil in den AGs beträgt fast 90 Prozent. OB Horst Schneider erklärt dieses Phänomen so: „Gerade Fußball ist für viele Menschen ein Fixpunkt unabhängig von ihrer Herkunft und ist Chance zur Integration. Bei den Fußball spielenden Jungs ist das schon gut gelungen, und ich hoffe sehr, dass dies auch bei den Mädchen gelingt.“

Die Kickers bieten nächste Woche auch ein Schnuppertraining an: am 18., 20. und 22. Juni jeweils um 17 Uhr. Ansprechpartnerin ist Peggy Raupach. Übrigens: Bis 1970 war der Frauenfußball vom Deutschen Fußballbund offiziell verboten. Inzwischen sind von 6,7 Millionen Mitgliedern im DFB weit über eine Million weiblich. Das bedeutet eine Steigerung von 17 Prozent allein in den letzten fünf Jahren, die zum Teil sicher auch der WM 2011 zu verdanken ist. Frauenfußball boomt.

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