Mal wieder zu hoch für Schlupf

Mähdrescher bleibt in Bieber stecken

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Dass vier Meter einfach nicht in 3,30 Meter passen, hat der junge Fahrer des Mähdreschers am Bieberer S-Bahn-Schlupf erst gemerkt, als es schon zu spät war.

Offenbach - Die Zeiten, da der „Bieberer Schlupf“ wie eine große Lkw-Falle wirkte, schienen dank verbesserter Beschilderung lange vorbei. Gestern aber steckte wieder mal ein Fahrzeug in der Unterquerung der S-Bahn fest: ein großer Mähdrescher. Von Corinna Hiss

Der junge Fahrer des landwirtschaftlichen Geräts und sein etwas älterer Beifahrer stehen am Vormittag etwas bedröppelt an der Unterführung. Sie sind nicht von hier, sondern mit dem aktuellen Drescher-Modell auf Vorführtour durch Hessen. Vier Meter hoch ist das Gefährt mit den riesigen Reifen.

Wie Schilder rechtzeitig anzeigen, lässt die Bieberer Ortsdurchfahrt nur 3,30 Meter zu. Schon am Bieberer Berg wird größeren Lastwagen die Umfahrung über die Bundesstraße 448 empfohlen. Kurz vor der Einfahrt in den Tunnel hängen Durchfahrtsbegrenzer. Das alles müssen die beiden im Führerstand übersehen beziehungsweise überhört haben. Da aber dank geringem Tempo rechtzeitig gestoppt wird, halten sich die Schäden in Grenzen. Zwischen Metall und Betondecke passt aber kein dickerer Pappkarton mehr. Auch horizontal wird’s wegen einer Breite von 3,50 Meter eng. Es dauert gut zweieinhalb Stunden, bis das Hindernis beseitigt ist. Busse können von der Polizei über die Gegenfahrbahn gelotst werden. Erhebliche Staus gibt’s trotzdem für den Durchgangsverkehr im Stadtteil. Horst Haun ist Augenzeuge des Geschehens gewesen: „Ich bin hinter dem Mähdrescher gefahren und hatte direkt Bedenken, ob der da durch kommt.“

Mähdrescher bleibt in Unterführung stecken

Mähdrescher bleibt in Unterführung stecken

Ein Mähdrescher bleibt in der Unterführung in der Seligenstädter Straße in Bieber hängen. Erst nach Stunden kann das landwirtschaftliche Fahrzeug befreit werden. Wir waren mit der Videokamera dabei.

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Einfach rückwärts aus der Falle fahren, geht nicht. Das verhindert der ans Heck des Mähdreschers gehängte Messerbalken. Der muss erst von Hand abgekoppelt werden – die beiden Unglückspiloten und zwei Polizisten schieben, mühen sich ab, bis ein Lieferwagen als Zugmaschine dient. Erfolgreich. Dann kann die Maschine von einem Van aus dem Schlupf gezogen werden. Fahrer und Beifahrer dürfen ihre Werbereise im Mähdrescher über geeignete Wege fortsetzen.

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