Männertraum in Miniatur

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Sammler unter sich: Modellautofans trafen sich wieder einmal bei der Börse im Autohaus Max an der Waldstraße.

Offenbach ‐ Im Ausstellungsraum glänzen die neuesten Audi-Modelle, auf den Tischen dazwischen warten die kleinen Brüder der Karossen auf Kundschaft. Auf der Sammlerbörse Automania gingen im Autohaus Max gestern Modellautos in den unterschiedlichsten Größen, spezielles Zubehör und Fachliteratur über den Tresen. Von Denis Düttmann

Ob ein historischer Lieferwagen des Cornflakes-Herstellers Kellogg‘s, ein kraftstrotzender Rennbolide aus der Formel 1 oder ein bescheidener Golf 4 – bei der großen Auswahl fand so mancherSammler endlich jenes eine Modell, das ihm bisher für seine Kollektion noch gefehlt hatte. Stefan Rücker aus Diez bei Limburg verkauft Autos im H0-Format. „Man kann damit Modelleisenbahn-Anlagen bestücken oder sie einfach nur so sammeln“, sagt er. Seine Wagen der Firma Wiking seien jedoch eher Ladenhüter. „Die meisten sind sehr häufig vorhanden und für passionierte Sammler daher keine Besonderheit“, so Rücker. Ein außergewöhnliches Auto findet sich dann aber doch in seiner Auslage: ein Mercedes-Benz S-Klasse in Giftgrün. „Eine solche Luxuskarosse in dieser Farbe – das ist schon merkwürdig“, findet der Händler. Markus Sahmer weiß genau, was er sucht. Der 46-Jährige hat zu Hause im Keller eine Modelleisenbahn-Anlage im Stil der 1960er Jahre aufgebaut. Jetzt stöbert er auf der Automania nach Fahrzeugen aus dieser Epoche. „Toll wären ein paar Laster mit historischen Schriftzügen oder ein typischer Pkw aus dieser Zeit“, sagt der Kunde.

Schmuckstücke stehen in Glasvitrine

Gerd Pipperek betreibt das Fachgeschäft Toys Mobil in Bürgel und ist auf der Sammlerbörse mit einem großen Stand vertreten. Neben den kleinen H0-Modellen hat er auch Fahrzeuge in den Maßstäben 1:43 und 1:18 im Angebot. Seine Schmuckstücke stehen in einer Glasvitrine: ein schnittiger 58er Ferrari Testarossa in einem satten Rot und ein Dreiachser von Mercedes, der im Dritten Reich als so genanntes Führerfahrzeug im Einsatz war. „Die Modelle liegen schon in der gehobenen Preisklasse“, sagt Pipperek. „Aber dafür bekommt der Kunde auch echte Wertarbeit. Der Ferrari beispielsweise besteht aus 1 200 Einzelteilen und ist in Handarbeit gefertigt.“

Während früher das Format H0 das Maß aller Dinge gewesen sei, gewinnen die größeren Maßstäbe in letzter Zeit immer mehr an Bedeutung. „Gerade im 1:43-Sektor gibt es mittlerweile eine unglaublich große Auswahl“, sagt Pipperek. „Zudem sind die Modelle in dieser Größe meist aus Metall gefertigt und machen damit einen hochwertigeren Eindruck.“ Echte Neuheiten hat aber auch der Offenbacher Fachhändler derzeit noch nicht im Angebot. „In zwei Wochen ist die Spielwarenmesse in Nürnberg – da kommt viel Neues auf den Markt“, sagt Pipperek.

Bei verlockenden Angeboten ist Disziplin gefragt

Günther Mischka nimmt derweil die Auslage am Nachbartisch ganz genau in Augenschein. Er möchte seine Sammlung von Feuerwehrautos ausbauen und ist auf der Suche nach Löschfahrzeugen aus den 1970er und 1980er Jahren. „Ich habe mir vorgenommen, wirklich nur die Modelle zu kaufen, die ich für meine Kollektion brauche. Aber da braucht man schon ein bisschen Disziplin“, sagt Mischka angesichts des verlockenden Angebotes. Am Stand von Alois Skrinjar zumindest läuft er nicht Gefahr, unbedachte Investitionen zu tätigen. Der Sammler hat eine Wand aus originalverpackten Formel 1-Wagen hochgezogen. Großformatige Rennwagen von Ferrari, Toyota und Williams warten hier auf ihre Käufer – wirklich nichts für Mischka.

Wenige Meter weiter bietet ein Händler Sammlerstücke aus den Werbeabteilungen großer Automobilhersteller an. Extra für die Internationale Automobil-Ausstellung ließ Mercedes einst ein Modell des SLS AMG fertigen. In einer edlen Geschenkbox wartet das Luxus-Fahrzeug nun auf Kundschaft. „Fast alle Hersteller haben mittlerweile Modelle ihrer Fahrzeuge, die sie zum Beispiel an Geschäftspartner und gute Kunden verschenken“, sagt der Mann. Auf der Landmaschinen-Messe Agritechnica ist er auf einen ganz besonderen Traktor gestoßen: Der Schlepper kommt sogar in einem verspielten Sonnenblumenmuster daher.

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