Weg für Märkte ist geebnet

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Auf dem ehemaligen Thorer-Gelände stehen die ersten Stützpfeiler für den OBI-Baumarkt, der im März des nächsten Jahres eröffnet werden soll. Die Edeka-Filiale wird den Planungen zufolge zwei Monate später aufgemacht.

Offenbach - Ob sie jetzt wieder Freunde sind, die Verwaltungschefs von Offenbach und Mühlheim, ist nicht bekannt. Gewiss ist jedoch, dass sie das Kriegsbeil wegen der Bebauung des Thorer-Geländes begraben haben. Von Matthias Dahmer

Bekanntlich werden auf dem 65 000 Quadratmeter großen Areal des ehemaligen Pelzveredlers an der Mühlheimer Straße ein OBI-Baumarkt mit Gartencenter sowie eine 3 900 Quadratmeter große Edeka-Filiale inklusive Getränkemarkt und Backwarengeschäft errichtet.

Während der OBI von Anfang an unstreitig war, befürchtete Mühlheims Bürgermeister Bernd Müller durch den großen Edeka den Abfluss von Kaufkraft aus seinem Städtchen sowie eine Zerschlagung ihrer Einzelhandelsstrukturen. Um dies abzuwenden, waren sie sogar bereit, gegen den großen Nachbar zu klagen. Hier wie dort wurden Gutachten erstellt, es fanden Gespräche statt, wurden Schriftsätze gewechselt. Dass letztlich doch nicht Justitia bemüht werden musste, ist einem Kompromiss zu verdanken, den die Mühlheimer mit dem Thorer-Investor ST Gewerbebau GmbH fanden: Danach stellt der Projektentwickler für Handels- und Dienstleistungsimmobilien aus Weißenhorn bei Ulm zunächst einen Edeka-Markt in Mühlheim hin, bevor sie auf dem Thorer-Gelände loslegt. Mittlerweile steht die Mühlheimer Filiale kurz vor der Eröffnung. Und dort lehnt man sich natürlich zufrieden zurück: Als „Erfolg für Mühlheim“ wertet Erster Stadtrat Heinz Hölzel die Situation.

Der Streit ist beigelegt, das ist sinnvoll und gut“, sagt auch Offenbachs Wirtschaftsförderer Jürgen Amberger. Er lässt sich aber den Blick zurück nicht nehmen: Die Gutachten hätten eindeutig ergeben, dass die Thorer-Bebauung weder die Einzelhandelsstruktur von Mühlheim noch von Bürgel zerstöre, weshalb man das Ganze auch schneller hätte haben können.

Angesichts dieser fast perfekten Harmonie liegen für den Investor keine Steine mehr im Weg. Für den OBI-Baumarkt werden derzeit an der Mühlheimer die Stützpfeiler hochgezogen, die Eröffnung ist für Mitte März des nächsten Jahres geplant, sagt Walter Gehring, Geschäftsführer der ST Gewerbebau.

Mit etwas Zeitverzögerung - im April oder Mai - soll dann die Edeka-Filiale ihre Türen öffnen. Wegen geringfügiger Umplanungen, so Gehring, wurde in diesem Monat ein neuer Bauantrag im Rathaus abgegeben.

Das Investitionsvolumen beziffert Walter Gehring auf rund 22 Millionen Euro. Der Heimwerkermarkt wird eine Verkaufsfläche von 5880 Quadratmetern umfassen. Das Gartencenter kommt auf 2320 Quadratmeter, denen noch eine Freifläche von 2600 Quadratmetern hinzuzurechnen ist. Lebensmittel werden auf 3900 Quadratmetern angeboten, wobei der Platz für einen Getränkemarkt und einen Bäcker in diese Fläche eingerechnet ist. Die Pläne sehen vor, dass für die Kunden 526 Parkplätze zur Verfügung stehen.

Mit der Bebauung des Geländes ist das Unternehmen Thorer endgültig Geschichte. Der Pelzveredler hatte im 112. Jahr seines Bestehens zum 31.August 1994 Konkurs angemeldet. 159 Facharbeiter mussten seinerzeit gehen.

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