Ohne Trennungsschmerz

Offenbach . Wenn am 31. Dezember Offenbachs auf den Namen Mainarbeit getaufte Zweckehe von Arbeitsagentur und Sozialamt auf höchstrichterliche Anweisung enden wird, ist kein großer Trennungsschmerz zu erwarten. Von Marcus Reinsch

Denn die für die Versorgung Offenbacher Langzeitarbeitsloser zuständige Institution wird quasi weiterarbeiten, als wäre nichts geschehen. Oder fast nicht.

Es ist erklärtes Ziel von Geschäftsführer Matthias Schulze-Böing, dass der bevorstehende Wandel der Mainarbeit von einer nicht verfassungskonformen Arbeitsgemeinschaft aus staatlichen und kommunalen Trägern zum sogenannten Jobcenter einer allein zuständigen Optionskommune möglichst keine Auswirkungen auf ihre Leistungsfähigkeit hat. Zumindest keine negativen.

Das könnte klappen, auch wenn sich hinter den Kulissen viel tun muss. Zuallererst: Um das Rundum-Paket für Hartz-IV-Empfänger wie verlangt künftig tatsächlich aus auch personell nur einer Hand anbieten zu können, werden Mitarbeiter, die bisher die Arbeitsagentur in die Mainarbeit entsendet, ab Januar zu Beschäftigten des kommunalen Eigenbetriebs. Eine finanzielle Verschlechterung haben Wechsler dabei nicht zu fürchten, sagt Schulze-Böing; die Besitzstandswahrung der Ansprüche sei gesetzlich geregelt.

Doppelstrukturen werden vermeidbar

Vorteil an der Sache sei, dass die bisher durch zwei Tarifverträge und letztlich drei Personalräte bisweilen komplizierte Personalsituation einfacher werde. Wenig effektive Doppelstrukturen seien dann auch mit Blick auf die Steuerung der Mainarbeit selbst vermeidbar. Bisher hatte da die Bundesagentur für Arbeit immer noch ein gewichtiges Wörtchen mitzureden; das sei ein Handicap gewesen.

Erstmal aufwändiger muss es an anderer Stelle werden, damit es einfacher werden kann. Denn neben den Mitarbeitern kamen bisher auch die Datenverarbeitungssysteme für Arbeitsvermittler und Leistungsgewährer aus zwei verschiedenen Ställen. Künftig soll es eine einheitliche Datenplattform geben. Die Datensätze im alten sind mit dem neuen Computerprogramm allerdings nicht grundsätzlich kompatibel - das bedeutet viel Tipperei, was vorübergehend Personal binden könne, das eigentlich an anderer Stelle gebraucht werde.

Die Effizienzgewinne, die am Ende stehen können („Wir sind gut aufgestellt und erwarten Vorteile, aber es wird keine Revolution!)“, müssen also wohl erstmal mit Reibungsverlusten bezahlt werden. Mit dem Oktober, sagt Schulze-Böing und wirbt um Verständnis, falls es in den letzten zwei Monaten dieses und den ersten zwei des nächsten Jahres mal etwas länger dauern sollte, habe die heiße Phase der Vorbereitung begonnen.

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