Aufwand zu groß

Mainbogen-Schäferei in Offenbach: Droht bald das Aus?

Um 118 Schafe kümmert sich die 28-Jährige aus Offenbach in der Mainbogen-Schäferei neben ihrem Hauptjob als Personalfachfrau. (Symbolbild)
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Um 118 Schafe kümmert sich die 28-Jährige aus Offenbach in der Mainbogen-Schäferei neben ihrem Hauptjob als Personalfachfrau. (Symbolbild)

Aus ihrer Liebe zu Hunden rief die 28-jährige Melanie Brost eine Schäferei ins Leben. Doch jetzt steht die Mainbogen-Schäferei in Offenbach vor dem Ende – zu groß ist der Aufwand. Findet sich noch eine Lösung?

Offenbach – Seit nun vier Jahren gehört Melanie Brost die Mainbogen-Schäferei in Offenbach. Von Hauptberuf ist die 28-Jährige Personalfachfrau bei den Stadtwerken – die Schäferei betreibt sie nebenbei. Doch nun steht das Projekt vor dem Ende. Denn allmählich verlassen die Offenbacherin und ihre Helferinnen und Helfer die Kräfte. Gibt es noch eine Chance für die Schäferei?

118 Schafe sowie vier Herdenschutzhunde gehören zur Mainbogen-Schäferei. Ihre Leidenschaft für die Schäferei entdeckt hat Brost überhaupt erst durch ihre Hunde: Die aus der Türkei stammenden Kangals sind bekannt für ihr unerschrockenes und intelligentes Wesen. Außerdem sind mit einem Gewicht von bis zu 60 Kilogramm äußerst robust und damit ideal für die Aufgaben eines Hirtenhundes geeignet. In der Türkei wachsen Kangals oft bereits in einer Schafherde auf, sodass sie die Schafe als Familie sehen, die es zu beschützen gilt. Daher entschied sich die Offenbacherin, eine Schäferei zu gründen und ihre Hunde als Hirtenhunde einzusetzen.

Mainbogen-Schäferei in Offenbach: Brost erfuhr für ihr Projekt viel Unterstützung

Ihre Aufgaben bestehen vor allem in der Verteidigung der Herde: Nähern sich andere Tiere oder Menschen den Schafen, greifen die Hunde sofort ein – bis die Gefahr beseitigt ist. Für diese Aufgabe mussten die Hunde von Brost extra eine Prüfung zum Schutzhund absolvieren. Seitdem bewachen sie auf den Befehl der Offenbacherin die fast 120 Schafe.

Unterstützt wurde Melanie Brost in ihrem Vorhaben sowohl von ihrem Arbeitgeber – vor allem vom Geschäftsführer der Stadtwerke, Peter Walther, sowie von Landwirten und Firmen in Offenbach. Neben Ratschlägen – vor allem zu Beginn des Projekts – halfen der jungen Frau mit dem Leihen von Fahrzeugen. Doch trotz der großen Unterstützung gerät das Projekt nun ins Wanken. Denn vor allem der letzte Winter machte der Schäferei zu schaffen.

Mainbogen-Schäferei in Offenbach: Die Anteilnahme auf Facebook war groß

„Einer der Gründe ist, dass wir die Versorgung im Winter nicht mehr gewährleisten können und der Zustand aus dem letzten Winter definitiv nicht wiederholt werden soll.“, so Brost auf der Facebookseite der Schäferei. Die Tiere grasten auf verschiedenen Wiesen in Offenbach, auf denen es teilweise jedoch weder Strom noch Wasser verfügbar war. Dadurch konnten die Tiere kaum noch optimal versorgt werden und es entstand ein enormer Mehraufwand, der nicht mehr nur nebenbei zu erledigen gewesen sei. Doch nachdem die Offenbacherin das Ende der Mainborgen-Schäferei auf Facebook verkündigte, war die Anteilnahme enorm.

„Es gab wahnsinnig viele tolle Reaktionen. Paten haben sofort angeboten, ihre Beiträge zu verdoppeln“, freute sich Brost. Und auch die Stadt Offenbach reagierte: Sie kündigte an, die 28-Jährige unterstützten zu wollen. Es gäbe laut FAZ zwar noch keine genau Lösung, allerdings könnte eine Möglichkeit darin bestehen, dass Brost mit ihrer Schäferei als Dienstleisterin unterwegs ist, indem ihre Schafe städtisches Gras kurz halten.

Den genauen Werdegang von Melanie Brost zur Schäferin – und von welchen Seiten sie Unterstützung erfuhr – können Sie hier nachlesen*. (tt) *op-online.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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