Mainuferparkplatz

Oase der Langzeitparker bald gebührenpflichtig?

+
Geht es nach den städtischen Verkehrsplanern, soll am Konzept kostenloser Langzeit-Parkplätze am Mainufer nicht gerüttelt werden.

Offenbach - Zu wenig oder zu teuer oder beides zugleich: Geht es um innerstädtische Parkplätze, wird’s bei vielen emotional, kann selten Zufriedenheit beim Autofahrer diagnostiziert werden. Von Matthias Dahmer

Deshalb sorgt auch die Vermutung der CDU für Gesprächsstoff, wonach der mit knapp 670 Stellplätzen größte kostenlose Parkplatz am Mainufer gebührenpflichtig wird, wenn wie geplant ein privater Betreiber im angrenzenden neuen Hafenviertel ein Parkhaus hochzieht. Der künftige Investor habe das zur Bedingung gemacht, hatte Unionsfraktionschef Peter Freier in einer Anfrage an den Magistrat von entsprechenden Gerüchten berichtet.

Der städtische Verkehrsplaner Hans-Joachim Bier-Kruse mag sich verständlicherweise nicht in die politische Diskussion einmischen, kann aber aus fachlicher Sicht vom Stand der Dinge berichten: So gebe es derzeit keinen Arbeitsauftrag an die Verwaltung in Sachen Bewirtschaftung des Mainuferparkplatzes. Das Gelände sei Teil des städtischen Parkraumkonzepts, das Mainufer der einzige kostenlose Langzeit-Parkplatz in der Innenstadt. Und: „Wir wollen das Konzept der Langzeit-Parkplätze dort aufrechterhalten“, sagt Bier-Kruse.

Parkraumanalyse für das Mainvorgelände

Die Stadt hat im Oktober 2011 eine Parkraumanalyse für das Mainvorgelände erstellt. Die dabei ermittelte Höchstbelegung an einem normalen Werktag war 470 Fahrzeuge, was etwa 70 Prozent Auslastung entspricht. Die Parkdauer verteilte sich wie folgt: 29 Prozent waren Kurzzeitparker, die weniger als zwei Stunden dort standen; 31 Prozent parkten zwischen zwei und sechs Stunden; 23 Prozent zählten zu den Langzeitparkern, die sechs bis zehn Stunden parkten; 17 Prozent waren Dauerparker mit zehn Stunden und mehr.

Lesen Sie dazu auch:

Bald Parkgebühr am Mainufer?

Die Verteilung der Parkdauer, zitiert Bier-Kruse aus der Analyse, finde sich auch in dem durch eine Befragung ermittelten Parkzweck wieder: Zirka die Hälfte parkte wegen Arbeit und Ausbildung auf dem Mainvorgelände, bei 28 Prozent der Parker waren Einkauf oder Besuche der Parkzweck, 13 Prozent parkten wegen Freizeit und Erholung am Mainufer, nur acht Prozent waren Anwohner. Die Mehrheit der Nutzer (71 Prozent) kommt nicht aus Offenbach, sondern sind Besucher oder Beschäftigte.

Ob das möglicherweise der künftige Betreiber eines Hafenparkhauses mitmacht oder wie in Frankfurt eine städtische Gesellschaft die Aufgabe übernimmt, steht auch für Daniela Matha in den Sternen. Die Chefin der für die Hafenentwicklung zuständigen Offenbacher Projektentwicklungsgesellschaft (OPG) betont nur, das Parkhaus für den Hafen sei schon im Parkraumkonzept von 2007 zu finden, als Standort sei das Areal zwischen dem geplanten Quartierszentrum am Nordring und der Carl-Ulrich-Brücke vorgesehen. Zwischen 400 und 600 Parkplätze könnten dort entstehen. Das hänge davon ab, ob man in dem Gebäude eine weitere Nutzung, etwa ein Café, unterbringe.

Gespräche mit Investoren

Derzeit, so Matha, führe man Gespräche mit Investoren. Was die Auswirkungen der von der CDU angestoßenen Debatte auf diese Gespräche angeht, formuliert die OPG-Chefin vorsichtig, aber eindeutig: „Es ist die Frage zu stellen, ob diese Diskussion förderlich oder hinderlich für die Vermarktung des Parkhaus-Areals ist.“

Unterdessen hat sich die FDP schon positioniert: Fraktionsvorsitzender Oliver Stirböck warnt davor, die Parkplätze am Mainufer künftig zu bewirtschaften. „Es braucht zusätzlich einen vernünftigen Mix aus kostenpflichtigen Parkplätzen direkt im Zentrum und kostenlosen Parkplätzen im Randbereich der City für preissensible Autofahrer“, argumentiert Stirböck.

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare