Maitanz ohne Tänzer

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Sitzplatz? Wäre ja noch schöner. Diesmal waren auf dem Wilhelmsplatz sogar die Stehplätze knapp. Fotos: Georg

Offenbach - Wilhelmsplatz, Samstagabend, 22 Uhr. Eine der größten Feten Offenbachs nähert sich dem Höhepunkt: die gesamte Gastromie rund um den Marktplatz hat wieder zum Tanz in den Mai geladen. Von Silke Gelhausen

Wenn an den Tischen in den vergangenen Jahren nur schwer ein Sitzplatz zu bekommen war, kämpft man 2011 an einigen Lokalen sogar um einen Stehplatz. Speziell auf der Ostseite steigt die Zahl der Gäste kontinuierlich mit der Nähe des Lokaleingangs, beim Betreten der Häuser ist deshalb strategisches Vorgehen angesagt. Das Konzept der Gastronome ist voll aufgegangen. Dass der eigentliche „Maitanz“ dabei ein wenig kurz kommt, scheint niemanden zu stören.

Seit Abschluss der Umbauarbeiten im letzten Jahr ist jetzt auch Platz für eine Bühne. Hier heizt Gogo samt Band mit souligen Klassikern ordentlich ein, ein paar Gäste bewegen sich mehr oder weniger zum Rhythmus. Auf die obligatorische Frage der Sängerin: „Wieviele Offenbacher und wieviele Frankfurter sind da?“ gibt es nur verhaltene Resonanz. Das scheint an diesem Abend vollkommen nebensächlich. Was zählt, sind Spaß und das berühmte leibliche Wohl. Dafür ist gesorgt. Die Musikboxen vor dem Tarentinos weisen den Gästen schon ab der Bleichstraße den Weg zum Gasgrill, Bei Guiseppe Morleo gibt es an der Außenbar Cocktails ab 5,50 Euro und praktischerweise gleich einen Liegestuhl dazu. DJ Alex Ackermann übertönt erfolgreich die Beats vom Tarentino.

Bilder vom Tanz in den Mai

Tanz in den Mai auf dem Wilhelmsplatz

Die 70-jährige Inge aus Offenbach und ihre Freundin Irmgard aus Heusenstamm, ein paar Jährchen jünger, haben extra einen kleinen Tisch im Tafelspitz & Söhne reserviert. „Wir kommen seit Eröffnung des Restaurants jeden Samstag hierher und fühlen uns sehr wohl“, erklärt Inge. Die Stammkundinnen bevorzugen allerdings einen Platz drinnen; draußen in Bühnennähe ist es ihnen dann doch zu laut. Die älteren Damen sind aber keine Ausnahmeerscheinung beim Tanz in den Mai. Das Publikum ist, was die Lebenszeit angeht, angenehm gemischt.

Szenenwechsel. Erholung für Ohren, Stimmbänder und Ellenbogen in der Villa Vinum. Das Pächterpaar Peter und Hanna Drobny aus Hochheim kommt ganz ohne elektronische Untermalung aus. Und der Gastraum ist nicht so überfüllt. Sie haben das Weinlokal erst im September übernommen, feiern das erste Mal mit. Hanna: „Wir sind mit der Resonanz heute sehr zufrieden. Generell haben wir die Übernahme nicht bereut. Es gefällt uns in Offenbach!“

Keine größeren Zwischenfälle und verhältnismäßig wenig Müll

Nebenan vor der Taverna begrüßt man mit Souvlaki, Tsatsiki und griechischen Klängen den Mai. Kosta aus Bingen am Keyboard und Jimmi aus Karben an der Bouzouki sind das Duo „Zorbas“. Sie haben ebenfalls Premiere auf dem Wilhelmsplatz.

Im Beau´d´Eau dann endlich ein Wonnemonat-Indiz: Hier wird auf einer Werbetafel Maibowle angeboten. Und einen Tanzraum gibt es auch, den der Mühlheimer DJ Andreas „Andi“ Heidrich mit Leben füllt. Zu Tito und Tarantulas „After Dark“ ist hier allerdings eher die jüngere Generation gefordert. Ebenfalls mit auf der Partymeile und gut besucht: die Radeberger Stubb und das Markthaus.

Die letzten Aufräumarbeiten werden sich bis acht Uhr am Sonntagmorgen hinziehen. Erfreulicherweise gibt es in der Nacht keine größeren Zwischenfälle und – im Verhältnis zur Anzahl der Besucher – soll sich auch der Müll auf dem Platz in Grenzen gehalten haben.

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