Sitzung der Kolpingelfer

Majestäten im Doppelpack

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Thomas Isser und Daniel Thomas als junge Burschen, die ausziehen, um beim Umziehen zu helfen.

Offenbach - Helden auf verschiedenen Missionen machen Station auf der zeitweilig engen Bühne des Kolpinghauses und bieten zu Füßen des Elferrats ein farbenreiches Bild. Von Harald H. Richter 

Liebreizende Majestäten sind darunter und musizierende Menschen hinter Masken, schillernde Spaßvögel und leichtfüßige Tanzmariechen. Sie alle sorgen im ausverkauften Saal für Tempo, Takt und gute Laune. Es ist aller Ehren wert, wen die Kolpingelfer immer wieder ins Rampenlicht stellen.

Frohsinn stiftend haben die Honoratioren mit Roland Wernig an der Spitze zur ersten von zwei Sitzungen der Kampagne in ihre gute Stube geladen, wollen Trübsal vertreiben und Alltagssorgen vergessen machen. Zuvorderst ist das ein Verdienst der Mimen in der Bütt – angefangen bei Gertrud Kiefer, die den Vorspruch liefert, über den reimenden und stichelnden „Till uffm Fässje“ alias Karl Heinz Eitel bis zum Südseeurlauber Wolfgang Braun. Auf dem Traumschiff lernt er Land und Leute kennen und kommentiert die Beobachtung bemitleidenswerter Mitreisender aus einer gewissen Nachbarstadt Lederaniens reichlich schadenfroh.

Glanzrolle als Heulsuse

Mit spitzer Zunge: Protokoller Jürgen Kofink

Einem ist ziemlich zum Weinen zumute: Eberhard Wernig in seiner Glanzrolle als Heulsuse. Mit seiner sinnfreien Zustandsbeschreibung der menschlichen Anatomie sprüht er schniefend und schnäuzend den närrischen Bazillus bis in die hinteren Saalwinkel und bringt die Lacher auf seine Seite.

In bekannter Manier präsentiert sich der Chef vom Protokoll, Jürgen Kofink. Mit spitzer Zunge skizziert er das gesellschaftliche Geschehen. Große wie kleine Politik im Blick, stapft Kofink durch den Sumpf des Steuerbetrugs und berichtet wortakrobatisch von all den Fettnäpfchen, in die Obere wie Niedere getreten sind. In Abwandlung seines Verses bescheinigt das Publikum ihm: „Könne tut er‘s, des is wichtig!“ Augenzwinkernd schildern Thomas Isser und Daniel Thomas als junge Burschen, die ausziehen, um beim Umziehen zu helfen, wie sich Möbel durch den bösen Blick zum Selbstabbau bewegen lassen und Pappkartons ein Chaos auslösen.

Charme und Wortwitz, Musik und Gesang

Dann verleihen Majestäten im Doppelpack dem kurzweiligen Abend illustren Glanz. Zunächst machen Prinzessin Sabrina I. und Prinz Markus II. nebst Gefolge vom TSC Bimmbär aus Dreieich ihre Aufwartung. Später hält im blau-weißen Ornat die OKV-Spitze um Vorsitzenden Manfred Roth mit Tamtam Einzug und geleitet ihre Lieblichkeit Manuela I. an der Seite von Robert I. zur Bühne. Die Würdenträger sind auch im Leben ein Paar und entbieten nicht nur hoheitsvolle Grüße, sie haben Orden im Gepäck. So verleihen sie Thomas Demuth das Lederanische Ehrenkreuz, Norbert Jarosch das Großkreuz und für außergewöhnliche Verdienste Karl-Heinz Kiefer gar den Carolus-Orden. Saisonorden an alle Akteure werden vergeben. Auch fleißige Helfer, die am Regiepult und in der Maske ihren Beitrag zum Gelingen leisten, werden bedacht. Den Ehrensenatoren Norbert Eisert, Stefan Grüttner und Alexander Nagel, die als Förderer ihr Scherflein beitragen, gilt ebenfalls Dank.

Mit einer wohl dosierten Mischung aus Charme und Wortwitz, Musik und Gesang rollt ein starkes Programm von der Spule. Tanzeinlagen gehören dazu, so die elfjährige Moja Hedermann und die Gardemädchen der Bimmbären, die unter Leitung von Trainerin Elfriede Friedrich reichlich Applaus kassieren. Die Showtanzgruppe Girlz aus Rodgau beweist akrobatisches Können beim Auftritt im Westernstil. So nimmt das Narrenschiff Fahrt auf, lässt Wogen guter Laune bis in die letzte Reihe schwappen.

Sitzung der Kolping-Elfer

Sitzung der Kolping-Elfer

Musikalisch kraftvoll kommen die Guggemusiker der Stadtgarde unter Leitung von Stefan Wolf daher und sorgen mit ihrer platzgreifenden Instrumentierung dafür, dass es eng zugeht. In Anlehnung an alemannische Ursprünge sind ihre schaurig-schönen Masken Hingucker, ebenso wie die aufwändigen Kostüme. Doch deswegen allein sind die Icebreakers nicht gekommen. Ihr Markenzeichen ist eine perfekt inszenierte Musikshow, während der Tobias Issler ein fulminantes Solo am Schlagzeug abliefert und dafür frenetischen Beifall erntet.

Trefflich mitsingen kann das Publikum bei Julia Pühlers Schlagerpotpourri. Und erst recht, als die Randstaajodler Thorsten Haag, Paul Stenzel und Stefan Weisrock ihre Auswahl an Schunkelliedern präsentieren, nicht ohne einige Zugaben dranzuhängen, so dass die Lichter im Kolpinghaus erst spät nachts verlöschen. Am 22. Februar, 19.11 Uhr, gehen sie zur zweiten Festsitzung der Kolpingelfer wieder an.

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