Malerin Inge Born starb 89-jährig

Inge Born in ihrem Zuhause

Offenbach - Sie schuf Titelseiten für „Hörzu“ und Suchbilder für die Rubrik „Original und Fälschung“ der TV-Zeitschrift. Ihre Werke prangen auf Holzkisten des Weinbrenners Asbach und Blechdosen des Lebkuchenbäckers Schmidt. Andere zieren Kalender und Buch-Editionen, finden Verbreitung auf Weihnachtskarten von Unicef und SOS-Kinderdörfern.

Jetzt ist Inge Born, Offenbacher Vertreterin der „Naiven Malerei“, 89-jährig gestorben.

Maskentreiben in Venedig und majestätische Alpenlandschaft, mittelalterliche Stadtansichten oder Offenbacher Weihnachtsmarkt sind typische Motive, voll Liebe zum Detail und oft mit Hilfe der Lupe in Acryl auf Spanfaserplatte gepinselt. Ungern hat sich Inge Born, die ihre Kunst in erster Linie als Hobby verstand, von den Originalen getrennt. Der Mann von Tochter Ursula, Dr. Volker Dorsch, fertigt Dias an, die als Vorlagen für Reproduktionen dienen. Im Haus der Familie arbeitete die Malerin, bis ein Schlaganfall vor fünf Jahren dem ein Ende setzte. Seitdem kümmerte sie sich nur noch um den Vertrieb.

Geboren in Offenbach am 7. Oktober 1919, heiratete Inge Gerhardinger nach Abitur und Besuch der Fachklasse für Heraldik an der Meisterschule des Deutschen Handwerks (heute Hochschule für Gestaltung) 1941 Dr. Dr. Eduard Born. Ausgebombt kam sie 1943 ins niederbayerische Vilshofen, wo sie die Kasse aufbesserte, indem sie Holzschachteln farbig gestaltete. 1950 kehrte Inge Born in ihre Heimatstadt zurück.

Aber erst 1975, nach dem Tod ihres Gatten, begann Borns künstlerische Existenz. Den Anstoß gaben Werke jugoslawischer Naiver um den berühmten Ivan Genera lic. Ihr erstes Gemälde, eine Arche Noah im Luftballon, hing in der Frankfurter Galerie Ost heimer. Ausstellungen in München, Böblingen, Passau, Wien, Hamburg, Köln und Heusenstamm folgten.

Mehr als 500 von ihr sogenannte Wunschbilder hat Inge Born hinterlassen, anfangs oft mit „Carola“ signiert. Sie zeigen eine faszinierende Mischung aus Fantasie und Geheimnis. Und auf fast allen ist eine Katze zu sehen.

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