Altes MAN-Gelände

Einkaufen im Industriedenkmal

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Ein seit 2004 brach liegendes Industriegelände öffnet sich: So sehen die Planer die Zukunft der denkmalgeschützten Halle an der Senefelderstraße.

Offenbach - Auf dem alten MAN-Gelände haben die Arbeiten für eine neue Nutzung der einstigen Produktionshalle begonnen. An der Senefelder gibt´s künftig einen Rewe-Markt und eine Ladenpassage. Von Matthias Dahmer 

Mit der Bebauung des ehemaligen MAN-Areals, das von Senefelder- und Waldstraße sowie von Gustav-Adolf- und Christian-Pleß-Straße begrenzt wird, ist nichts Geringeres als die Hoffnung verknüpft, dass das gesamte Quartier zwischen Bahndamm und Anlagenring wieder bessere Zeiten sieht. Außer dem bereits begonnenen Wohnungsbau im Osten des Geländes und einem geplanten 7000 Quadratmeter großen Park in der Mitte wird es wohl vor allem die neue Nutzung der ehemaligen und unter Denkmalschutz stehenden Lager- und Montagehalle an der Senefelderstraße sein, von der das Viertel und seine Bewohner profitieren. Unter dem markanten Sheddach der einstigen Industriehalle, bestätigt Projektleiter Gerd Schlader von der federführenden Planungsgruppe Bensing und Partner aus Bad Soden-Salmünster, entsteht auf zirka 12.000 Quadratmetern ein Nahversorgungszentrum mit Rewe-Lebensmittelmarkt, Ladenpassage und Gastronomie. Die ersten Arbeiten für das Vorhaben, in das der Investor „mehrere Millionen Euro“ steckt, haben begonnen. Fertigstellung ist für Ende 2015 geplant.

Das trotz Denkmalschutz architektonisch wohl Augenfälligste: Die Halle, die an der Senefelder seit Jahrzehnten auf Passanten wie ein abweisendes Bollwerk wirkt, wird luftiger. Zwei Drittel des Bauwerks, das einst die größte Produktionshalle in der Stadt war, bleiben bis zu den Oberlichtern des Dachs offen. Das kommt vor allem dem Rewe-Markt mit 2 000 Quadratmetern Verkaufsfläche im Südwesten sowie der mitten durch die Halle führenden, etwa 1100 Quadratmeter großen „Rolandpassage“ zugute. In der Passage, deren Eingang sich an der Senefelder befinden soll, ist eine Ladenzeile mit kleinteiligem Einzelhandel und Gewerbe vorgesehen. Auf der Ostseite mündet sie in einen neu gestalteten Platz samt Café, der sich nahtlos ans geplante städtische Grün anschließt.

Weil das kleine Einkaufszentrum nur das Viertel versorgen und nicht zur Konkurrenz für Innenstadt und Ringcenter werden soll, hat die Stadt Sortiment und Verkaufsfläche reglementiert. Zwischen Park und Nahversorgung entstehen 150 Stellplätze mit Zufahrten über Gustav-Adolf- und Christian-Pleß-Straße. Etwa die Hälfte davon befindet sich in einem zweigeschossigen Parkdeck im nordwestlichen Hallenteil an der Christian-Pleß-Straße. Der Rest der Stellflächen entsteht ebenerdig zu beiden Seiten des Vorplatzes. Die Zufahrt erfolgt über die Gustav-Adolf-Straße. Was den geplanten Quartierspark, die künftige grüne Mitte des Areals, angeht, lässt sich die Stadt nicht lumpen: Insgesamt 1,14 Millionen Euro, überwiegend Fördergelder, stehen zur Verfügung. Dafür gibt es unter anderem zahlreiche Spielflächen, Kletter- und Ruhemöglichkeiten, Wasserfontänen und eine Boule-Anlage. Im Frühjahr 2015 soll Baubeginn sein.

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