EVO-Sparangebot

Manche Kunden zahlen drauf

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Offenbach - Was die EVO versprach, hörte sich zunächst gut an: Per E-Mail benachrichtigte der Offenbacher Energieanbieter seine Kunden, dass Strom ab 2015 günstiger wird. Und zwar um 3,52 Cent je Kilowatt pro Stunde. Von Sarah Neder 

Grund für den niedrigeren Strompreis sei die staatliche EEG-Umlage, die in diesem Jahr vom Staat gesenkt wurde. Im selben Tastenanschlag kündigt die EVO eine weitere Änderung am Stromtarif an: Ab Januar ist ein monatlicher Grundpreis von 7,44 Euro fällig. Trotz monatlicher Rate, so wird an einem Beispiel vorgerechnet, würden Kunden mit einem jährlichen Verbrauch von 3000 Kilowattstuden 16 Euro sparen.

EVO-Kunde Holger A. kann sich darüber nicht so recht freuen: Er gehört nämlich als sparsamer Verbraucher mit einem Jahresverbrauch von 1 800 Kilowattstunden zu den Gekniffenen der Neuregelung: Statt der bisherigen 497 Euro muss er im kommenden Jahr 523 Euro für seinen Stromtarif zahlen. „Das entspricht einer Kostensteigerung von etwa fünf Prozent“, moniert er und spricht von „unseriösen Geschäftsgebaren“ seitens der EVO.

Diesen Vorwurf weist Unternehmenssprecher Harald Hofmann zurück: „Wir haben die Einsparungen am durchschnittlichen Verbrauch unsere Privatkunden errechnet. Das sind im Jahr 3 000 Kilowatt pro Stunde.“ Erst unter 2500 Kilowatt gehe die Rechnung nicht mehr auf, und der Kunde müsse draufzahlen, so Hofmann. Schuld an dieser Verschiebung ist der monatliche Grundpreis, den die EVO ab Januar einführt. Hofmann erklärt: „Der Betrag ist unabhängig vom Verbrauch. Der Grundpreis soll den Aufwand für Kundenbetreuung, Verträge und Organisation decken.“ Der Energieanbieter wolle sich so den Marktgegebenheiten anpassen. In anderen Worten: Die EVO wolle mit den Konkurrenten gleichziehen, die allesamt einen monatlichen Festbetrag einforderten, so Hofmann.

Dass die Neuerungen für 2015 gerade den sparsamsten Offenbachern zum Nachteil gereicht, scheint der Energieversorger als Kollateralschaden hinzunehmen. „Es ist ärgerlich für diejenigen, die wegen des Grundbetrags nichts einsparen. Doch in der Branche ist dieser mittlerweile gang und gäbe“, sagt der EVO-Sprecher.

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