Grundstücksbesitzer in der Nachweispflicht

In so manchem Hauskanal lauert der Kostenschock

Offenbach ‐ Eigenkontrollverordnung: Es gibt Begriffe, die schrecken ab. Und doch kommt man manchmal nicht drumherum, sich mit ihnen zu beschäftigen. So auch mit der „EKVO“, wie die Abkürzung des Regelwerks lautet. Von Matthias Dahmer

Es tritt voraussichtlich zum 1. Januar in Kraft und ist für Grundstückseigentümer von Bedeutung. Die sind schon immer verpflichtet, ihre Ableitungsrohre zum öffentlichen Abwasserkanal in Ordnung zu halten. Jetzt kommt aber hinzu, dass sie dies auch nachweisen müssen. Zur Überwachung dieser Eigentümerpflicht ist derjenige verdonnert, der das Abwasser beseitigt. In Offenbach der Stadtdienstleister ESO.

Immerhin: Die Zeit drängt nicht unbedingt. Bis 2015 sollte der Nachweis erbracht sein. Und wenn das gemacht wurde, ist auch für die nächsten 30 Jahre Ruhe.

Damit sich Betroffene aber schon mal darauf einstellen können, was sie erwartet, will der ESO informieren. Und bietet an, im Zuge seiner turnusmäßigen Kanaluntersuchungen auch gleich die privaten Zuleitungen unter die Lupe zu nehmen. Wobei dies auch andere vom ESO zugelassene Unternehmen machen können. Hüten sollten sich Grundstückseigner indes vor schwarzen Schafen, die sich ebenfalls auf diesem neuen Sanierungsmarkt tummeln.

„Meist wird aufs Dach oder auf die Isolierung geachtet, die wenigsten machen sich die Mühe, beim Kauf eines Hauses den Kanal anzuschauen“, sagt ESO-Chef Peter Walther. Er schätzt deshalb, dass bis zu 75 Prozent der privaten Kanäle, die 30 Jahre und älter sind, einer Sanierung bedürfen.

Das heißt, auf Häuslebesitzer kann einiges zukommen. Muss richtig gebuddelt werden, sind laut statistischem Mittelwert zwischen 1 000 und 1 500 Euro pro Meter fällig. Je nach örtlicher Gegebenheit können die Kosten dieser sogenannten offenen Bauweise aber auch wesentlich nach unten oder oben abweichen. Viel günstiger wird es dagegen, wenn zum Abdichten nur ein Schlauch ins vorhandene Rohr eingezogen werden muss.

Damit der jeweilige Eigentümer nicht allzu heftig von der Kostenkeule getroffen wird, bietet der ESO an, anfallende Reparaturen zu bündeln. „Erfolgreich haben wir das schon beim Bau des KOMM praktiziert, in dessen Verlauf alte Leitungen in den angrenzenden Straßen ausgetauscht werden mussten. Die meisten Grundstücksbesitzer haben mitgemacht“, berichtet ESO-Geschäftsführer Peter Walther.

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare