Wegen Kokainhandels verurteilt

Illegal in Freiheit, legal im Knast

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Offenbach - Ein 29-jähriger Algerier, der seit Ende der 90er Jahre illegal in Deutschland lebt, hat nun einen legalen Aufenthaltsort: im Gefängnis. Der Mann war der Polizei im vergangenen März im KOMM-Center ins Netz gegangen.

Dort hatten die Beamten gezielt eine Sicherheitsaktion gestartet, da in dem Einkaufszentrum viele Ladendiebe und Drogenhändler unterwegs sind. Die Polizisten waren in Uniform und Mannschaftsstärke erschienen. Der Algerier hatte versucht zu fliehen, konnte jedoch gestellt werden. Das Brisante: Er war im Besitz von 1135 Euro Bargeld und 15,31 Gramm hochwertigen Kokains, die er verkaufsfertig in sechs Plomben bei sich führte. Bei der Festnahme schlug er nach den Beamten und wanderte anschließend direkt ins Gefängnis, weil er bereits 2006 vom Landgericht Frankfurt zu einer Haftstrafe wegen Handels mit Betäubungsmitteln verurteilt worden war. Diese Strafe hatte er jedoch nicht angetreten, sondern sich einen anderen Namen zugelegt und weiter auf freiem Fuß in Deutschland gelebt.

Vor dem Schöffengericht unter Vorsitz Richter Manfred Beck wollte der Mann glaubhaft machen, er sei süchtig und habe das Kokain nur für den eigenen Konsum besessen. Das vermochte das Gericht jedoch nicht zu überzeugen, zumal er nicht erklären konnte, warum er so viel Bargeld bei sich führte. Ob der Angeklagte auf eigene Rechnung arbeitete oder das Geld an Dritte abgeben musste, konnte nicht geklärt werden. Richter Beck verurteilte ihn zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren und drei Monaten – der 29-Jährige bleibt damit im Gefängnis. 

(fel)

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