„Getrennte Lösung wäre einfacher“

Offenbach (al) - Suchen die einzelnen Standorte von „manroland“ in Zukunft ihr Heil in der Eigenständigkeit? Eine Zerschlagung von „manroland“ hält Insolvenzverwalter Werner Schneider jedenfalls für durchaus möglich.

Denkbar sei etwa die Aufspaltung der Bereiche Bogendruck in Offenbach und Zeitungsdruck in Augsburg. „Eine getrennte Lösung wäre einfacher“, sagte Schneider der „Financial Times Deutschland“. „Anpassungen in kleineren Einheiten sind leichter. “ Entscheidungen sind nicht gefallen, auch eine Aufspaltung sei nur eine Option, betonte ein Sprecher Schneiders.

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Die Arbeitsagenturen in den Bundesländern sicherten Schneider derweil ihre Unterstützung zu. Zugleich forderten sie ihn auf, rasch zu einer Lösung zu kommen. „Wir werden alles Erdenkliche unternehmen, um den Menschen in dieser persönlich schwierigen Situation, die mit einer erheblichen Verunsicherung verbunden ist, schnell und unkompliziert Beratung und Hilfen anzubieten“, sagte der Chef der Regionaldirektion Hessen, Frank Martin in der gemeinsamen Mitteilung der Agenturen aus Bayern, Hessen und Sachsen.

Für viele Betroffene sei ein Hoffnungsschimmer, dass die Chancen auf dem Arbeitsmarkt derzeit nicht schlecht seien. „Die Voraussetzung für eine erfolgreiche Weitervermittlung ist aber auch mit der Bereitschaft der Betroffenen verbunden, sich bei Bedarf regional oder auch beruflich zu verändern“, hieß es weiter.

Hessens Wirtschaftsminister Dieter Posch lehnt unterdessen eine Bürgschaft für „manroland“, wie sie auch von der IG Metall gefordert wird, vorerst ab.

Die Frage stelle sich momentan nicht, erklärte der Liberale gestern in Wiesbaden. Die Problemlösung liege derzeit bei den Altgesellschaftern MAN und Allianz, betonte Posch. „Sie stehen als Eigentümer in der Verantwortung und müssen in dieser schwierigen Phase zu ihrem Unternehmen stehen. Wenn die Gesellschafter diese Verantwortung jetzt zügig wahrnehmen, muss die Insolvenz nicht das Ende der manroland bedeuten“, so der Minister.

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