„manroland“ baut weitere 450 Jobs in Offenbach ab

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„manroland“ baut weitere 450 Jobs in Offenbach ab.

Offenbach - Bei „manroland“ wird die Lage immer dramatischer: Der Druckmaschinenhersteller leidet weiter unter massiven Umsatz- und Auftragseinbrüchen und baut 450 zusätzliche Stellen in der Offenbacher Produktion ab. Von Achim Lederle

Bereits im Frühjahr wurden 625 Stellen in Offenbach und an den Standorten Augsburg und Plauen gekappt. Wie „manroland“- Sprecherin Andrea Bleesen gestern gegenüber unserer Zeitung sagte, fiel der Umsatz in den ersten neun Monaten um 32 Prozent auf 850 Millionen Euro. Auch der Auftragseingang bewegte sich „spürbar unter Vorjahresniveau“. Der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) hat für die gesamten Druckmaschinenbranche ein durchschnittliches Auftragsminus von 49 Prozent errechnet.

Diese Größenordnung ist laut Bleesen auch für „manroland“ realistisch. Einziger Lichtblick bei den Auftragseingängen war China: Dort sorgten staatliche Konjunkturprogramme auch für einige „manroland“-Aufträge, wie Bleesen sagte. Insgesamt sei der Nachfrage nach Druckmaschinen jedoch weiter geschrumpft; bei „manroland“ alleine im dritten Quartal um 37 Prozent.

Viele Mitarbeiter gehen freiwillig

Deshalb sind zusätzliche freiwillige Vereinbarungen zum Personalabbau getroffen worden“, erklärte Bleesen. In einem ersten Schritt hatte „manroland“ bereits im Frühjahr 515 Stellen in der Verwaltung am Standort Offenbach und 110 Arbeitsplätze an den Standorten Augsburg und Plauen über Sozialplanvereinbarungen gestrichen. Das Werk Mainhausen soll bis Ende März geschlossen werden. „Hier liegen wir im Plan“, so Bleesen.

Jetzt sollen weitere 450 der noch 8200 Mitarbeiter bis März 2011 gehen. Erstmals sind nun Beschäftigte in der Produktion betroffen. Auch für sie wurden laut Bleesen Sozialpläne vereinbart, da nach dem Ergänzungstarifvertrag Kündigungen noch bis Ende dieses Jahres ausgeschlossen sind.

IG-Metall rechnet mit betriebsbedingten Kündigungen

Der Offenbacher IG-Metall-Gewerkschaftssekretär Peter Wich erwartet, dass der Traditionskonzern ab Anfang 2010 auch betriebsbedingt kündigen wird. „Natürlich schwingt die Hoffnung mit, dass die Wirtschaft wieder anspringt. Aber dass sich in wenigen Wochen grundlegend etwas an der dramatischen Situation bei den Druckmaschinenherstellern ändert, ist unwahrscheinlich“, sagte Wich. Deshalb gehe er von weiterem Jobabbau aus.

Keine Perspektiven für Arbeiter an den Maschinen

Dabei seien die Aussichten für die jetzt betroffenen Arbeiter an den Maschinen besonders düster: „Für sie ist der Arbeitsmarkt leergefegt“, so Wich. Einen „Jahresendspurt“ erwartet Bleesen 2009 nicht. Nach Kurzarbeit das ganze Jahr über starten ab 17. Dezember bei „manroland“ die Weihnachtsferien. „Bis dahin wird sich grundlegend nichts mehr ändern“, zeigt sich auch Peter Wich pessimistisch.

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