Zukunft für Offenbacher Roländer weiter ungewiss

Offenbach (nb/dpa) - Für die Offenbacher Beschäftigten von „manroland“ bleibt die Zukunft ungewiss. Das Unternehmen wird aufgeteilt, die Lübecker Possehl-Gruppe übernimmt den Standort in Augsburg. Das Offenbacher Werk soll saniert werden, was jedoch mit einem Stellenabbau verbunden ist.

Der insolvente Druckmaschinenhersteller „manroland“ bleibt in deutscher Hand, wird aber zerlegt. Den Zuschlag erhielt nach einer Sitzung des Gläubigerausschusses die Lübecker Possehl-Gruppe, wie Insolvenzverwalter Werner Schneider heute mitteilte. Das Konzept ist allerdings mit einem massiven Stellenabbau verbunden, in Deutschland fallen fast die Hälfte der Stellen weg. Über den Preis wurde Stillschweigen vereinbart.

„Es war unser gemeinsames Ziel, das Unternehmen an Investoren weiter zu geben, die an einer langfristigen und eigenständigen Fortführung des Unternehmens interessiert sind", teilte Schneider mit. Possehl hatte nur für den Standort Augsburg mit der Fertigung von Rollendruckmaschinen geboten, aber auch Zusagen für das Werk im sächsischen Plauen gemacht. Auch eine spätere Beteiligung an dem Werk stellte Possehl in Aussicht. Zunächst wird das Werk ausgelagert. Damit sei der Fortbestand langfristig gesichert. Der Mischkonzern war der Favorit der Arbeitnehmervertreter von der IG Metall.

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Das zweitgrößte Werk in Offenbach wird aus dem Konzern herausgetrennt, vom Management übernommen und soll gemeinsam mit einem Investor saniert werden. Allerdings sei für dieses Konzept eine Bürgschaft des Landes erforderlich, sagte Schneider. Diese Lösung habe eine solide wirtschaftliche Basis und gute Zukunftsperspektiven.

Allerdings sei das Investorenkonzept mit einem Stellenabbau verbunden - für Offenbach plane man zukünftig nur mit 700 Mitarbeitern. Derzeit sind 1900 Menschen in dem Offenbacher Werk beschäftigt - knapp zwei Drittel der Beschäftigten müssen also um ihren Job fürchten.

 Leer geht nun der US-Investor Platinum Equity aus, der „manroland“ komplett kaufen wollte und nach Informationen aus Finanzkreisen rund 100 Millionen Euro bezahlen wollte.

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