„manroland“ soll nächstes Jahr schwarze Zahlen schreiben

Offenbach/Augsburg (dpa/akr) - Der englische Unternehmer Tony Langley will mit „manroland“ in Offenbach 2012 Gewinn machen. Offenbachs Oberbürgermeister Horst Schneider (SPD) begrüßt die Übernahme.

Langley wolle bereits dieses Jahr die Gewinnzone erreichen, sagte er heute auf einer Pressekonferenz in Augsburg. Die Nachfrage in den Schwellenländern gleiche den Rückgang in den alten Märkten aus - „wir sehen sehr gute wirtschaftliche Perspektiven für das restrukturierte Unternehmen“, sagte Langley. Er bestätigte, dass knapp die Hälfte der vormals rund 1700 Mitarbeiter übernommen werden sollen.

Insolvenzverwalter Werner Schneider zeigte sich zuversichtlich, auch für das Werk in Plauen schon bald einen Investoren präsentieren zu können. „Da ist was in Sicht“, sagte er heute in Augsburg. Außerdem rechne er fest damit, dass der Stellenabbau in Plauen schon bald umgekehrt und wieder Mitarbeiter eingestellt werden könnten. Plauen werde zu einer verlängerten Werkbank für diverse Unternehmen werden. Insgesamt fallen in Augsburg, Offenbach und Plauen 2500 der einst 4700 Stellen der Insolvenz zum Opfer.

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Schneider erklärte, der massive Stellenabbau im Rahmen der Insolvenz verschaffe den drei „manroland“-Werken in Augsburg, Offenbach und Plauen einen massiven Kosten- und Wettbewerbsvorteil. Die verkleinerten Unternehmen „starten in der richtigen Größe, wie's der Markt verlangt“, sagte Schneider. Nach dem Verkauf des Augsburger Werks an die Lübecker Possehl-Gruppe und des Offenbacher Werks an Langley sei er froh, sich als Insolvenzverwalter demnächst verabschieden zu können.

Oberbürgermeister begrüßt die Übernahme

Offenbachs OB Horst Schneider zeigte sich nach dem Bekanntwerden des Verkaufs von „manroland“ erleichtert: „In Offenbach werden weiterhin Druckmaschinen produziert. Die Übernahme durch die Lanley Holding PLC ist ein wichtiger Beitrag zur Sicherung der industriellen Kompetenz Offenbachs.“

Der Verlust von fast 1000 Arbeitsplätzen sei dennoch sehr schmerzhaft, so Schneider. „Unsere MainArbeit wird alles tun, um die betroffenen Menschen, die alle hohe Qualifikationen haben, wieder zu vermitteln“, sagte Schneider, der bereits mit dem Management des neuen Eigentümers in Kontakt getreten ist. „Dort, wo es uns möglich ist, die neuen Besitzer zu unterstützen, werden wir dies tun“, versichert Schneider.

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