„manroland“: Ungewissheit auf allen Ebenen

Offenbach - Die Mitarbeier von „manroland“ sind weiterhin im Ungewissen, wie es nun kurzfristig weitergeht. So war in der ersten Arbeitswoche nach dem Insolvenzantrag nicht einmal klar, ob es wegen fehlender Aufträge überhaupt Arbeit gibt.

Im zweitgrößten Werk des insolventen Druckmaschinenherstellers Manroland warten die Beschäftigten auf verlässliche Informationen. „Am schlimmsten sind die Existenzängste“ sagte heute eine Betriebsrätin des Werks, in dem 1900 Arbeitsplätze auf dem Spiel stehen. „Die Leute wollen wissen, wann und von wem sie ihr Geld für den November bekommen.“ Besonders verunsichert seien die zahlreichen Beschäftigten in Altersteilzeit. Auch die Ausbildungen müssten weitergeführt werden.

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Die IG Metall verlangte von Politik und Behörden massive Unterstützung der Betroffenen. So sei die Einrichtung einer Transfergesellschaft ebenso notwendig wie eine schnelle Klärung der Auszahlung des Insolvenzgeldes. Konkretes soll sich aus den für Montag geplanten Gesprächen mit dem Insolvenzverwalter ergeben. Wirtschaftsminister Dieter Posch (FDP) äußerte sich zunächst nicht zu der Lage. Bei normaler Fortführung des Geschäfts wäre am Montag im Offenbacher Werk wegen Kurzarbeit in Folge fehlender Aufträge nicht gearbeitet worden. Der Betriebsrat hatte die Belegschaft aufgefordert zu erscheinen, da nicht zwei Transferleistungen, nämlich das Kurzarbeitergeld und das Insolvenzgeld, gleichzeitig ausgezahlt werden könnten.

dpa

Bilder von den Protesten der „manroland“-Mitarbeiter

Proteste der „manroland“-Mitarbeiter

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