„Insolvenzgeld für Beschäftigte ist sicher“

Offenbach - In Augsburg wird bereits heftig diskutiert und verhandelt, der Standort Offenbach ist noch außen vor bei den ersten Gesprächen zur Zukunft des insolventen Druckmaschinenherstellers „manroland“. Von Achim Lederle

Für alle Beschäftigten gibt es aber gute Nachrichten vom Insolvenzverwalter: „Das Insolvenzgeld wird automatisch ausbezahlt“, sagte ein Sprecher von Verwalter Werner Schneider gestern unserer Zeitung. Die genauen Modalitäten müssten noch geklärt werden. So sei noch nicht klar, wo das Geld ausbezahlt werde. Aber jeder Beschäftigte habe einen gesetzlichen Anspruch auf diese Lohnersatzleistung, unterstrich der Sprecher. Normalerweise würden die Arbeitsagenturen vor Ort informieren und die Mitarbeiter bei den Antragsformalitäten unterstützen.

Für Offenbach sei noch nicht klar, ob und wann die Arbeitsagentur direkt im Werk Sprechstunden abhalte (weitere Infos zum Insolvenzgeld im nebenstehenden Kasten).

„Wir werden jetzt alles tun, um schnell hier zu Zukunftsperspektiven zu kommen“, sagte Bayerns Wirtschaftsminister Martin Zeil (FDP) derweil am Roland-Standort Augsburg. Es habe bei dem Gespräch „durchaus Signale der begründeten Hoffnungen“ für eine Zukunft des Unternehmens gegeben. Heute will sich der hessische Wirtschaftsminister Dieter Posch (FDP) in Wiesbaden mit dem Vorstand sowie Arbeitnehmervertretern treffen.

Die IG Metall verlangte von Politik und Behörden unterdessen massive Unterstützung der Betroffenen. So sei die Einrichtung einer Transfergesellschaft ebenso notwendig wie eine schnelle Klärung der Auszahlung des Insolvenzgeldes.

Bei normaler Fortführung des Geschäfts wäre gestern im Offenbacher Werk wegen Kurzarbeit in Folge fehlender Aufträge nicht gearbeitet worden. Der Betriebsrat hatte die Belegschaft aufgefordert zu erscheinen, da nicht zwei Transferleistungen, nämlich das Kurzarbeitergeld und das Insolvenzgeld, gleichzeitig ausgezahlt werden könnten.

Auch der Sprecher des Insolvenzverwalters bekräftigte gestern die Arbeitspflicht: „Die Kurzarbeit fällt vorerst aus. Die Arbeitsverhältnisse bestehen weiter.“ Wie der Sprecher weiter sagte, wolle sich der Insolvenzverwalter zuerst einen Überblick an den Standorten verschaffen, zu denen als dritter auch Plauen gehört. Dann müsse die Fortführung des Geschäftsbetriebs gewährleistet werden.

Zu Sicherstellung der Produktion seien bereits Gespräche über Kredite begonnen worden. Danach gehe es um die „Einleitung des Investorenprozesses“, sprich die Verhandlungen mit möglichen Investoren.

Rubriklistenbild: © Georg (b)

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