Hoffnung für „manroland“?

+
Es bleibt nicht viel Zeit. Bis Ende Januar sollte die Lösung für „manroland“ stehen.

Offenbach (al/ku) - Für den insolventen Druckmaschinenhersteller „manroland“ gibt es noch einen Hoffnungsschimmer. „Es gibt Interessenten aus dem In- und Ausland“, sagte „manroland“-Insolvenzverwalter Werner Schneider gestern. Es bleibe aber nicht viel Zeit.

„Bis Ende Januar sollten wir eine Lösung haben. “ Nur noch bis zu diesem Zeitpunkt übernimmt die Bundesagentur für Arbeit die Zahlung der Löhne und Gehälter. Die Möglichkeit eines Komplettverkaufs, wie sie die Gewerkschaften favorisieren, sieht Schneider aber skeptisch. „Die Chance ist eher unwahrscheinlich.“

Lesen Sie hierzu auch den Kommentar von Frank Pröse

An den Standorten in Offenbach, Augsburg und Plauen fanden gestern Betriebsversammlungen statt, wie der Gesamtbetriebsratsvorsitzende Jürgen Bänsch unserer Zeitung sagte. Nach Angaben von Bänsch habe Insolvenzverwalter Schneider bei der Betriebsversammlung in Augsburg erklärt, dass der Offenbacher Druckmaschinenhersteller „definitiv sicher nach dem 1. Februar 2012 am Markt agiert“. Allerdings nicht „in derzeitigen Strukturen und Volumen“.

Vor Weihnachten keine Entscheidung über die Zukunft

Zum Verhandlungsstand sagte Bänsch, alle Optionen würden weiterhin geprüft. Er bestätigte: „Es gibt unterschiedliche Interessenten.“ Ein Teil wolle den Druckmaschinenhersteller ganz übernehmen. Es würden aber auch Gespräche mit Interessenten geführt, „die nur Teile wollen“. Bänsch erklärte: „Hinter den Kulissen läuft sehr viel.“ Bei der Betriebsversammlung in Offenbach habe Schneiders Partner Arndt Geiwitz berichtet, dass es mehrere Interessenten für den Standort gebe, sagte die Betriebsratsvorsitzende Alexandra Roßel. „Das ist schon mal positiv.“ Nach den Worten von Roßel handelt es sich um Finanzinvestoren und Industrieunternehmen. Vor Weihnachten wird es nach ihrer Einschätzung keine Entscheidung über die Zukunft von „manroland“ geben.

Alles zum Thema „manroland“ lesen Sie in unserem Stadtgespräch

Derweil will die Belegschaft den Druck auf die Politik erhöhen. Bei der Versammlung in Offenbach wurden Unterschriften für eine Petition gesammelt, die bereits heute im hessischen Landtag übergeben werden soll. Darin werden eine aktive Begleitung des Fortführungskonzepts für den Standort Offenbach und Landesbürgschaften verlangt. Die Offenbacher IG-Metall-Bevollmächtigte Marita Weber forderte zudem eine besser koordinierte Zusammenarbeit der Landesregierungen mit „manroland“-Standorten in Bayern, Hessen und Sachsen. In der Versammlung sprachen die rund 1 900 Offenbacher Beschäftigten der bisherigen Geschäftsführung ihr Misstrauen aus, wie Weber berichtete. „Die haben sich hier nie blicken lassen und haben nicht für den Bogendruck-Standort gestanden.“ Das Insolvenzgeld für den November hätten die Arbeiter schnell nach der Bereitstellung des Massekredits erhalten.

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare