„manroland“: Unterstützung von den Kickers und Protest

Offenbach (mcr) - Solidarität kann auch bedeuten, der Sorge von Betroffenen ein schönes Erlebnis entgegenzusetzen. So wird’s der OFC für die um den Standort Offenbach und ihre Arbeitsplätze fürchtende Belegschaft des insolventen Druckmaschinenherstellers „manroland“ machen.

Bei ihrer Kundgebung am Donnerstag auf dem Wilhelmsplatz hörten einige hundert manroland-Mitarbeiter die Ankündigung einer netten Geste: Für nächste Woche ist ein Kickers-Besuch im Werk an der Mühlheimer Straße versprochen; bei dieser Gelegenheit sollen auch gleich 500 Freikarten für das OFC-Heimspiel gegen Heidenheim am 17. Dezember überreicht werden. Im Stadion soll außerdem ein großes Transparent den Zusammenhalt zwischen Fußballverein, Fach- und anderen Arbeitern betonen.

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Die Kommunalpolitik wählt einen anderen Weg, um Solidarität mit den Roländern zu zeigen: Ebenfalls am Donnerstag verabschiedete die Stadtverordnetenversammlung ein von der CDU mit Enthaltungen quittiertes, ansonsten aber interfraktionelles Bekenntnis zum Ziel, „manroland in Offenbach nicht aufzugeben“. Der Insolvenzverwalter sei in seinen Mühen zu unterstützen, der Absprung des als Hoffnung geltenden Schweizer Finanzinvestors Capvis notgedrungen zur Kenntnis zu nehmen. Die manroland-Eigentümer, Allianz und MAN, seien weiter in der Pflicht, „alternative Konzepte und finanzielle Unterstützung“ zu finden.

Von der Landesregierung fordert die Offenbacher Politik, mit Betriebsrat, IG Metall, Stadt und Insolvenzverwalter ein „Fortführungskonzept zu erarbeiten“. Die manroland-Insolvenz habe letztlich auch „enorme Auswirkungen auf Zulieferbetriebe und die Ausbildungssituation in der Region“.

Rubriklistenbild: © Georg

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