„manroland“ und die Politik

Kommentar zu „manroland“: Rückhalt sieht anders aus

Maßgebliche Politiker in Offenbach und Wiesbaden reagieren auf die ernste Situation rund um „manroland“ - sagen wir - nicht wie gewohnt. Seit Donnerstag ist endgültig bekannt, dass der Druckmaschinenhersteller mit 1900 Jobs in Offenbach auf der Kippe steht. Von Ralf Enders

Und am heutigen Dienstag - fünf Tage später - gibt es ein erstes Treffen. In Augsburg und Plauen laufen dagegen längst Gespräche auch auf der Minister- und auf der Ministerpräsidentenebene.

Freilich: Niemand vermag zu zaubern, und der Staat kann und soll nicht die ganze Welt sanieren. Aber den Roländern in Bayern und Sachsen wird zumindest Bemühen signalisiert und Zuversicht vermittelt.

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In Offenbach dagegen schauen die Beschäftigten immer noch frustriert - ins Nichts. Hessens Wirtschaftsminister Dieter Posch schwieg zunächst, um dann für heute zu dem Treffen zu laden. Inhalt der Gespräche unter anderem: „Die Abgleichung des Informationsstandes.“ Dazu war anscheinend noch keine Zeit.
Der hessische Sozialminister und Offenbacher CDU-Kreisvorsitzende Stefan Grüttner verweist kurz und knapp auf seinen „zuständigen“ Kollegen Posch.
Dessen Staatssekretär Steffen Saebisch weilte bis zum Wochenende übrigens in Brasilien, Offenbachs Oberbürgermeister Horst Schneider in Indien. Ministerpräsident Volker Bouffier ist in New York. Alle dienstlich wohlgemerkt. Sage niemand, die Landes- und Kommunalpolitik sei in der globalisierten Welt nicht in Sachen Wirtschaft unterwegs.
Informationsbedarf, Schweigsamkeit, Auslandsreisen - für alles gibt es gewiss gute Gründe. Man macht sich jedoch nicht des Populismus verdächtig, wenn man feststellt, dass sich 1900 verunsicherte Menschen und ihre Familien in Offenbach zu Recht die Frage stellen: Kümmert sich jemand?

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