„manroland“: Kommt ein Investor aus Großbritannien?

Offenbach/Augsburg - Nach Koenig & Bauer meldet nun ein weiterer Investor Interesse am Offenbacher „manroland“-Werk an. Der britische Mischkonzern Langley soll für die Bogendruckproduktion bieten.

Im Offenbacher „manroland“-Werk keimt die Hoffnung auf einen industriellen Investor. Nach Medien-Informationen wollte Insolvenzverwalter Werner Schneider heute in Augsburg dem Gläubigerausschuss ein Angebot der britischen Langley Holdings zur Annahme empfehlen.

Dem Vernehmen nach soll der gesamte Standort mit sämtlichen 824 noch verbliebenen Beschäftigten übernommen werden. Das vom Gründer Anthony Langley geführte Unternehmen hat nach eigenen Angaben im vergangenen Jahr bei einem Umsatz von knapp 495 Millionen Euro einen Reingewinn von 56,4 Millionen Euro erzielt. Wesentliche Beteiligungen sind die norddeutschen Technologie- Unternehmen Piller Power Systems und Claudius Peters sowie der Augsburger Schweißtechnikspezialist ARO. Langley hatte am Jahresende 2225 Mitarbeiter.

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Mit der Briten-Offerte für das gesamte Werk dürfte der Konkurrent Koenig & Bauer (KBA) aus dem Rennen sein. Die Würzburger hatten erneut Interesse an Teilen des Unternehmens in Offenbach signalisiert. Dabei soll es vor allem um den Service für die tausenden „manroland“-Maschinen gehen, die weltweit bei den Kunden stehen. Die Branche kämpft seit 2008 gegen die Krise an, der Umsatz mit Druckmaschinen hat sich seitdem halbiert.

In Offenbach arbeiten nach jüngsten Angaben noch 824 von zuletzt 1750 Menschen für Manroland. Die übrigen sind am Mittwoch in eine auf sechs Monate angelegte Beschäftigungsgesellschaft gewechselt oder gekündigt worden. An dem traditionsreichen Standort werden Bogendruckmaschinen hergestellt, die vor allem für Werbemittel benötigt werden.

Auf langfristige Lösungen warten

Im vorläufigen Insolvenzverfahren hatte Schneider nur das Werk Augsburg an die Lübecker Firmengruppe Possehl abgeben können, während Offenbach und Plauen in Sachsen noch auf langfristige Lösungen warten mussten. Bislang hatte Schneider angekündigt, dass er zusammen mit einigen „manroland“-Managern die Firma zunächst weiterführen und dann einem Investor Platz machen wollte. Dafür könnte auch eine Bürgschaft des Landes Hessen beantragt werden.

Für die Firmenleitung ist der bisherige Vertriebschef Rafael Penuela vorgesehen. In Augsburg ist unterdessen das eigentliche Insolvenzverfahren für Manroland eröffnet worden. Der bisher vorläufige Insolvenzverwalter Werner Schneider wird das Verfahren leiten, wie seine Kanzlei mitteilte.

dpa

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