„manroland“-Mitarbeiter demonstrieren

Offenbach - Etwa 1000 Mitarbeiter von „manroland“ haben vor dem Firmensitz in Offenbach protestiert. Nach einer Kundgebung zogen die Demonstranten nach Frankfurt zum Haupteigentümer, der das Unternehmen in die Insolvenz geschickt hat.

Weit mehr als 1000 Beschäftigte des Druckmaschinenherstellers Manroland haben vor der Frankfurter Allianz-Niederlassung für den Fortbestand ihres Unternehmens demonstriert. Das Versicherungsunternehmen als Haupteigentümer wie auch der zweite Eigentümer MAN stünden in der Verantwortung, erklärte der IG-Metall-Bezirkschef Armin Schild bei der Kundgebung am Donnerstag. Das Offenbacher Werk stelle wettbewerbsfähige Bogendruckmaschinen her und dürfe nicht sinnlos aufs Spiel gesetzt werden. Schild forderte die Banken auf, Manroland den benötigten Massekredit zu gewähren und zudem das langfristige Sanierungskonzept zu unterstützen. Er erinnerte an die Bankenrettung in der Lehman-Krise 2008/2009. „Hier werden Maschinen gebaut, die die Welt braucht und nicht nur bunte Zettelchen ausgetauscht, auf denen immer größere Summen stehen“, rief er den laut Polizeischätzung rund 1400 Demonstranten zu.

Demonstration der „manroland“-Mitarbeiter

Demonstration der „manroland“-Mitarbeiter

Die Zukunft des Offenbacher Unternehmens müsse innerhalb eines Konzeptes für die gesamte deutsche Druckmaschinenindustrie stehen, wie es die IG Metall bereits seit Jahren fordere. Neben Manroland gehören noch die deutschen Konkurrenten Heideldruck und Koenig&Bauer zur Weltspitze der Branche.

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IG-Metall-Chef Berthold Huber verlangte von Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) eine aktive Wirtschaftspolitik, wie sie bei den europäischen Nachbarn selbstverständlich sei: „Die Manroland-Beschäftigten gehen auf die Straße, weil ihre und tausende weiterer Arbeitsplätze in der Druckmaschinen-Industrie auf der Kippe stehen und der Bundeswirtschaftsminister schaut tatenlos aus Berlin zu.“ Es müsse ein runder Tisch mit allen Beteiligten einberufen werden.

Vor dem Allianzgebäude ließen Teilnehmer einige Böller explodieren und zündeten einen „Bengalo“ (Flammensatz). Weitere Zwischenfälle gab es laut Polizei zunächst nicht. Auf Plakate schrieben die Metaller: „Wir sind Manroland. Wir fordern eine Zukunft von der Allianz.“ Am Donnerstag gab es auch Demonstrationen an den beiden anderen Manroland-Standorten in Augsburg und Plauen in Sachsen.

dpa

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