„manroland“-Mitarbeiter protestieren vor dem Landtag

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Wiesbaden/Offenbach - Rund 1000 Demonstranten haben in Wiesbaden mehr Unterstützung des Landes für den insolventen Druckmaschinenhersteller „manroland“ verlangt. Auf der IG-Metall- Protestkundgebung vor der Staatskanzlei am Freitag warf SPD-Oppositionsführer Thorsten Schäfer-Gümbel der CDU/FDP-Regierung „Schlafmützigkeit“ vor.

Bei der Frage von Bürgschaften sei offensives Vorgehen gefragt. Während Sachsen und Bayern die Rettung von Manroland zur „Chefsache“ erklärt hätten, „erleben wir in Hessen das genaue Gegenteil“, sagte Schäfer-Gümbel vor den „manroland“-Beschäftigten.

Das Maschinenbau-Unternehmen beschäftigt an den drei Standorten in Offenbach, Augsburg und Plauen rund 5000 Menschen. In Offenbach sind es laut IG Metall knapp 2000 Beschäftigte. Das Unternehmen hatte Ende November Insolvenz angemeldet, nachdem die Haupteigner Allianz und MAN dem verlustreichen Unternehmen den Geldhahn zugedreht hatten. Die Verhandlungen mit möglichen Übernahmeinteressenten stehen nach Medien-Informationen kurz vor dem Abschluss. Unklar ist unter anderem noch, wie viele Jobs bei einer Neustrukturierung auf der Strecke bleiben werden.

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Linke-Fraktionschefin Janine Wissler sagte auf der Kundgebung, Eigentümer und Politiker dürften sich bei der Rettung von „manroland“ nicht aus der Verantwortung stehlen. IG-Metall-Bezirksleiter Armin Schild hielt Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) und seinem Wirtschaftsminister Dieter Posch (FDP) vor, sich mehr um die Fusion von Deutscher und New Yorker Börse zu kümmern als um einen den größten industriellen Arbeitgeber in der Rhein-Main-Region. Zum Abschluss des „Aktionstags“ wollten die Manroland-Beschäftigten noch vor dem Wirtschaftsministerium protestieren.

dpa

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