OB Schneider will sich für Landesbürgschaft einsetzen

Offenbach - Oberbürgermeister Horst Schneider sieht für das „manroland“- Werk in Offenbach gute Chancen für einen Neuanfang. Gleichzeitig hoffe er auf eine gute Lösung für die von der Kündigung betroffenen Mitarbeiter.

Trotz der massiven Arbeitsplatzverluste bietet der angestrebte Neustart des Offenbacher „manroland“-Werks nach Einschätzung des Oberbürgermeisters Horst Schneider (SPD) auch Chancen. Er sei nach Gesprächen mit dem Insolvenzverwalter, Gewerkschaftern und Managern davon überzeugt, dass die Hightech-Bogendruckmaschinen „made in Offenbach" weiterhin gute Chancen auf dem Weltmarkt haben, sagte das Stadtoberhaupt heute.

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Es sei auch von Vorteil, dass das Werk nun alleine agieren könne, sagte Schneider. Die Zusammenarbeit mit MAN habe sich nicht bewährt. „Wir haben zehn Jahre lang erlebt, wie der Standort ausgesaugt wurde." Die Stadt Offenbach stecke seit 20 Jahren in einem tiefgreifenden Strukturwandel, so dass auch die „manroland“-Insolvenz das Gemeinwesen nicht unvorbereitet treffe. „Es ist wichtig, dass dieser industrielle Kern nicht aufgelöst wird."

Das Schicksal der Kündigung treffe die Einzelnen hart, erklärte der Sozialdemokrat, der sich bei der Landesregierung für eine Bürgschaft einsetzt. Er hoffe aber auf gute Lösungen durch die geplante Transfergesellschaft, in die zunächst die nicht mehr benötigten Manroland-Mitarbeiter überführt werden.

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Derweil hat die Opposition im hessischen Landtag der Landesregierung Untätigkeit bei der Rettung von „manroland“ in Offenbach vorgeworfen und eine Landesbürgschaft verlangt. Der SPD-Fraktionschef Thorsten Schäfer-Gümbel sagte heute, die Einigung von Mittwoch hinterlasse einen "schalen Nachgeschmack".

Einerseits sei es gut, dass 750 Arbeitsplätze am Main gerettet werden könnten. Aber es sei nicht verständlich, dass die Lübecker Unternehmensgruppe Possehl ausgerechnet am Offenbacher Werk nicht interessiert sei. Dabei würden den Maschinen für den Bogendruck aus Offenbach von Analysten bessere Zukunftschancen vorhergesagt als den Produkten anderer Werke. Wirtschaftsminister Dieter Posch (FDP) sollte "zügig für eine Bürgschaft des Landes Hessen zur Erhaltung des Offenbacher Standortes sorgen".

Auch die Grünen setzten sich für eine Bürgschaft ein. Der Abgeordnete Kai Klose sagte, das Land müsse die weitere Entwicklung von Manroland in Hessen aktiv unterstützen. Es liege im Interesse des Landes, das Werk in der Stadt mit der höchsten Arbeitslosigkeit in Hessen zu erhalten.

Der Fraktionschef der Linken, Willi van Ooyen, warf dem Wirtschaftsminister vor, den Interessen privater Kapitalanleger das Feld überlassen zu haben. "Durch ein frühzeitiges Eingreifen hätte der massive Stellenabbau bei Manroland verhindert werden können."

dpa

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