„manroland" schlittert in die Pleite

Offenbach/Berlin (dapd/ku) - Der drittgrößte Druckmaschinenhersteller der Welt, „manroland", steht sehr wahrscheinlich vor dem Aus. Weil der Münchner Allianz-Konzern und der Lastwagenhersteller MAN ihrer verlustreiche Beteiligung frisches Kapital verweigern, sind damit 6.600 Arbeitsplätze in Gefahr.

Werke in Augsburg, Offenbach und Plauen seien von der Schließung bedroht, erfuhr die Nachrichtenagentur dapd gestern aus Unternehmenskreisen. Das 1845 gegründete Traditionsunternehmen hatte zuletzt händeringend Investoren gesucht. Käufer aus der Türkei, China und die deutschen Wettbewerber Heidelberger Druckmaschinen und das Würzburger Unternehmen Koening & Bauer waren im Gespräch. Heideldruck, der weltgrößte Konzern der Branche, hatte bereits Anfang November erklärt, dass es von Unternehmensseite „aktuell keine aktiven Maßnahmen in diese Richtung gibt“. Auch Koenig & Bauer winkte ab. Ein möglicher Investor sei in der vergangenen Woche abgesprungen, bestätigten zwei mit den Vorgängen vertraute Personen.

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Inzwischen laufen Rettungsgespräche auf politischer Ebene, wie das hessische Wirtschaftsministerium bestätigte. „Wie üblich in diesen Fällen“ könne sich das Ministerium nicht zu Einzelheiten äußern, sagte eine Sprecherin. Das Land dürfte sich besonders für das große Offenbacher Werk interessieren, in dem Maschinen für Werbedrucke hergestellt werden. „manroland" leidet unter dem Strukturwandel der Druckbranche und dem Wettkampf zwischen Print- und Online-Medien besonders stark. Wegen der schlechten Geschäfte hatte „manroland" im vergangenen Jahr bereits 800 Arbeitsplätze gestrichen. Die restliche Belegschaft ist für heute zu einer Betriebsversammlung eingeladen. Gestern Abend sollte eine außerordentliche Aufsichtsratssitzung stattfinden, wie ein Sprecher bestätigte.

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