manroland will mit Sparprogramm zurück in Gewinnzone

Offenbach - Der weltweit zweitgrößte Druckmaschinenhersteller manroland will dank seines harten Spar- und Stellenstreichprogramms 2011 in die Gewinnzone zurückkehren. Dafür müsse wie geplant Personal reduziert werden, kündigte das Unternehmen heute an.

Bis Ende 2012 sollen nach Angaben von Vorstandsmitglied Markus Rall an den Standorten Augsburg, Offenbach und Plauen nur noch rund 6000 Menschen arbeiten - rund 1000 weniger als derzeit. Dieses Ziel hatte Manroland bereits im Herbst vergangenen Jahres ausgegeben.

Rall widersprach heute in Offenbach Gerüchten über eine Fusion mit einem chinesischen Hersteller: „Wir bleiben eigenständig.“ Bereits 2009 war eine beabsichtigte Zusammenarbeit mit Konkurrent Heidelberger Druck geplatzt. manroland musste im vergangenen Jahr einen operativen Verlust von 66 Millionen Euro hinnehmen - nach minus 88 Millionen Euro im Jahr zuvor.

Wachstum in Brasilien und Asien

Das Unternehmen will in Brasilien und Asien wachsen. Chancen sieht Rall im Bogendruckbereich, der vor allem von der starken Nachfrage nach Verpackungen profitiert. Zur Neuausrichtung gehört auch eine Zusammenarbeit mit Océ, um Offset- und Digitaldruck besser zu verzahnen. Außerdem konzentriert manroland Produktion und Verwaltung: Am Hauptsitz in Augsburg werden Rollenoffsetmaschinen gefertigt, Offenbach behält die Bogenmaschinen und soll die Gießerei ausbauen, der kleinste Standort Plauen wird zum Zulieferer.

In Offenbach beschäftigte manroland zu Hochzeiten an die 5000 Menschen, derzeit ist es deutlich weniger als die Hälfte. Bis 2012 sinkt die Zahl auf 1600. Es gilt ein Ergänzungstarifvertrag, in dem die Mitarbeiter auf Sozialleistungen verzichten.

dpa

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