„manroland" steht vor der Zerschlagung

München/Offenbach (ku) ‐ Eine Zerschlagung des insolventen Druckmaschinenbauers „manroland" wird immer wahrscheinlicher. „Das Unternehmen wird so, wie es derzeit aufgestellt ist, eher schwer einen Investor finden“, sagte Insolvenzverwalter Werner Schneider der „Welt“.

„Getrennt lassen sich durchaus sinnvolle Allianzen und Konstellationen vorstellen.“ Dabei dürfte vor allem der Verkauf von Teilen des Unternehmens an andere Firmen der Branche in Betracht kommen. Denkbar ist eine Aufspaltung in den Rollen- und den Bogenbereich.

Seit der Pleite des Konzerns vor zehn Tagen ringt Schneider um die Zukunft des Traditionsunternehmens, das Standorte in Augsburg, Offenbach und Plauen hat. Insgesamt arbeiten bei „manroland" etwa 6500 Mitarbeiter.

Mehr zum Thema „manroland“ lesen Sie in unserem Stadtgespräch

Zurückhaltend reagierte die erste Bevollmächtigte der IG Metall Offenbach, Marita Weber, auf eine mögliche Zerschlagung von „manroland". Wenn die Bogensparte überlebensfähig wäre, würde das Offenbach helfen, erklärte Weber unserer Zeitung. Die Gewerkschaftschefin denkt aber auch an die Mitarbeiter in Augsburg und Plauen. Darüber hinaus mahnte sie: „Es kommt darauf an, wie weit eine Zerschlagung geht."

Der Vorsitzende des Gesamtbetriebsrats von „manroland", Jürgen Bänsch, lehnt eine Zerschlagung nicht grundsätzlich ab. Für ihn ist es wichtig, dass „möglichst viele Arbeitsplätze weiter existieren". Es müssten „zukunftsfähige" Jobs sein.

„Eine Lösung für das ganze Unternehmen ist fraglich“

Die Vorsitzende des Betriebsrats in Offenbach, Alexandra Roßel, sagte: „Es ist wichtig, dass wir überleben." Nach ihren Worten sucht der für das hiesige Werk zuständige Kollege von Insolvenzverwalter Schneider, Arndt Geiwitz, eine separate Lösung für den Bogenbereich. Roßel begrüßte einen solchen Schritt. „Das sehen wir positiv", erklärte sie unserer Zeitung. Allerdings erwartet Roßel auch bei einer solchen Zerschlagung von „manroland" einen weiteren Jobabbau in Offenbach.

IG-Metall-Chefin Weber erklärte weiter: „Eine Lösung für das ganze Unternehmen ist fraglich." Derweil hält Schneider den Einstieg eines Finanzinvestors für wenig wahrscheinlich. „Finanzinvestoren brauchen in der Regel Zeit, um Marktuntersuchungen zu machen. So viel Zeit haben wir aber nicht.“ Schneider sagte: „Wir brauchen jemanden, der den Markt bereits kennt, in welcher Intensität und welchen Randbereichen auch immer.“

Protestaktion auf dem Wilhelmsplatz

Für Donnerstag planen die Mitarbeiter von „manroland" nach Angaben von Roßel weitere Proteste. Um 15 Uhr wollen 500 Kollegen auf dem Wilhelmsplatz für den Erhalt ihrer Arbeitsplätze kämpfen.

Rubriklistenbild: © dpa

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare