Manroland streicht Jobs

Augsburg/Offenbach - Der weltweit zweitgrößte Druckmaschinenhersteller Manroland streicht noch mehr Jobs als bislang geplant.

Zusätzlich zu bereits angekündigten Maßnahmen sollen weitere 500 Arbeitsplätze wegfallen, teilte das Unternehmen heute in Augsburg mit. Davon entfielen 300 auf den Standort Offenbach und 200 auf Augsburg.

Die Mitarbeiterzahl sinke so bis Ende 2012 von derzeit 7300 auf rund 6000 Beschäftigte. Außerdem ist eine Neuausrichtung vorgesehen. Den Angaben zufolge plant das Unternehmen beispielsweise die Zusammenlegung der Geschäftsfelder kleine und große Zeitungsmaschinen in Augsburg.

Neuer Geschäftsberiech mit rund 300 Mitarbeitern

Weiterhin will Manroland - zu 75 Prozent im Besitz der Investmentfirma Allianz Capital Partners, die restlichen 25 Prozent gehören dem Lastwagen- und Motorenbauer MAN - an drei Standorten Systeme für Bogen- und Rollendruck herstellen. Zudem wird ein neuer Geschäftsbereich für technische und industrielle Dienstleistungen mit rund 300 Mitarbeitern gegründet.

Geschäftszahlen hatte Manroland zuletzt für 2008 veröffentlicht. Damals verbuchte das Unternehmen Auftrags- und Umsatzrückgänge von 21 beziehungsweise 11 Prozent sowie einen Ergebniseinbruch. Auch 2009 sei ein schwieriges Jahr gewesen, sagte ein Unternehmenssprecher, ohne Details zu nennen. Neben der Zeitungskrise vor allem in den USA macht dem Unternehmen auch die zunehmende Konkurrenz zwischen elektronischen und Printmedien zu schaffen.

Fusion mit Heidelberger nie kommentiert

Es gebe auch stabile Geschäftssegmente wie den Verpackungs- und Büchermarkt sowie das Geschäft mit Etiketten und Beilagen. Positiv entwickelten sich derzeit zudem die Märkte in Schwellenländern wie China und Brasilien. Dagegen bleibe das Geschäft in den angestammten Industriemärkten schwierig, sagte der Sprecher. In den vergangenen Monaten hatte es auch Spekulationen über ein Zusammengehen mit dem Konkurrenten Heidelberger Druck gegeben. Manroland hatte dies aber nie kommentiert. Das Unternehmen war zudem an der Schweizer Wifag Maschinenfabrik interessiert, doch eine Partnerschaft kam nicht zustande.

dpa

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