Manroland-Verkauf bald abgeschlossen

Offenbach - Der Kauf des Manroland-Werkes in Offenbach soll nächste Woche abgeschlossen sein. Die Mitarbeiter sollen allerdings mit einem Lohnverzicht zur Sanierung beitragen.

Danach werde sich der englische Maschinenbauunternehmer Tony Langley den Mitarbeitern im Bogendruckmaschinenwerk vorstellen, sagte Schneider.

Langley übernimmt 824 der vormals 1760 Mitarbeiter in Offenbach. Die verbleibenden Beschäftigten sollen mit einem Lohnverzicht von acht Prozent zur Sanierung des Standorts beitragen. Das sieht ein zwischen IG Metall und Investor ausgehandeltes Papier vor. Außerdem sind niedrigere Eingruppierungen geplant.

Die Mitarbeiter erfuhren von den Einschnitten heute auf einer Betriebsversammlung. Trotzdem sei „ein Fünkchen Hoffnung und Optimismus übergesprungen“, sagte die Betriebsratsvorsitzende Alexandra Roßel.

„Es gibt keine Risiken und keine Pensionsverpflichtungen“

Der Ausblick für das Werk, das künftig unter dem Namen „Manroland Sheet Fed“ firmieren soll, sei sehr gut, betonte Schneider: „Es gibt keine Risiken und keine Pensionsverpflichtungen.“ Das sei ein Vorteil gegenüber den Wettbewerbern. Langley hatte angekündigt, das Werk werde schon in diesem Jahr die Gewinnzone erreichen. Schneider hält dies für realistisch. So seien seit Beginn des Insolvenzverfahrens bereits neue Aufträge im Wert von 16 Millionen Euro eingegangen.

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Auf der weltgrößten Druckmesse Drupa im Mai werden die bisherigen Manroland-Standorte Offenbach und Augsburg nochmals gemeinsam auftreten. Augsburg gehört inzwischen zur Possehl-Gruppe.

Interesse am Werk Offenbach hatten Schneider zufolge auch die amerikanischen Finanzinvestoren Platinum Equity und Cerberus. Wie viel Geld Langley für den Erwerb des Werks und der Immobilien gezahlt hat, sagte Schneider nicht. Für den dritten Manroland-Standort im sächsischen Plauen sucht der Insolvenzverwalter noch einen Investor.

dpa

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