„manroland“ weiter in der Flaute

Offenbach - (al) Die Situation beim Offenbacher Druckmaschinenhersteller „manroland“ ist weiter prekär. Nach Angaben von Betriebsratschefin Alexandra Roßel sind die Aufträge zu Beginn des neuen Jahres im Vorjahresvergleich um ein Drittel eingebrochen. Betriebsbedingte Kündigungen seien aber weiter ausgeschlossen und frühestens 2010 möglich.

Zur Zeit werde das im Januar beschlossene Maßnahmenpaket, um die Wirtschaftskrise zu überstehen, umgesetzt. „Die Sozialplan-Verhandlungen sind in der heißen Phase“, sagte Roßel. Insgesamt sollen 515 Angestellte das Unternehmen über Vorruhestands- und Abfindungsregelungen verlassen. Mit insgesamt 230 Beschäftigten, die über 57 Jahre alt sind, werde über Altersteilzeitregelungen gesprochen. Jüngeren solle mit Anreiz- und Sonderprämien der Abgang versüßt werden. Zudem sei bis Ende Mai der Aufbau einer Transfer- oder Auffanggesellschaft geplant, die ein Jahr lang 82 Prozent des Nettolohns übernehme und versuche, die von Entlassung Betroffenen in neue Jobs zu vermitteln.

Die Schließung des Werks Mainhausen ist weiterer Bestandteil des Maßnahmenpakets. Das Werk soll nach Angaben von Roßel bis Ende März 2010 dicht gemacht werden; im Herbst beginne die Verlagerung nach Offenbach. „Von den rund 340 Mitarbeitern können 165 nach Offenbach umziehen“, sagte Roßel. Für die übrigen gebe es einen eigenen Sozialplan.

Kritik übte Alexandra Roßel am Offenbacher Oberbürgermeister Horst Schneider. „Sein Engagement für manroland hält sich sehr in Grenzen. Die Offenbacher Politik lehnt sich zurück und hat uns scheinbar bereits abgeschrieben“, sagte Roßel.

Auch von hessischen Parteien zeigte sich Roßel enttäuscht. „Vollmundige Versprechen, manroland zu unterstützen, wurden nicht eingehalten“, so Roßel. Einzig der neue SPD-Landeschef Thorsten Schäfer-Gümbel sei zwei Mal im Werk Offenbach gewesen und engagiere sich zur Rettung des Unternehmens.

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