Die Zukunft liegt in den Alternativen

Offenbach - „We are print“ steht selbstbewusst auf der Homepage von „manroland“. Für den Offenbacher Unternehmensteil dürfte sicher besser sein, sich zumindest ergänzend nach anderen Geschäftsfeldern umzusehen. Von Frank Pröse

Denn mit Bogendruckmaschinen allein scheint die Überlebensfähigkeit doch arg gefährdet zu sein. Wäre es anders, dann hätte sich rascher ein Investor gefunden. Der Markt ist bis in den letzten Winkel sondiert und bewertet. Dass das Ergebnis negativer ausfällt als so manche Bewertung der letzten Wochen, entlarvt letztere dann eben als Durchhalteparolen.

Ob man sich mit den vermeintlich guten Chancen für Bogendruck in die Tasche gelogen hat oder nicht, ist jetzt aber sekundär. Potenzielle Investoren sehen es jedenfalls anders. Vielleicht sind sie sogar falsch informiert worden, wie in den Offenbacher Werkshallen gemutmaßt wird. Denn an der Basis hält sich hartnäckig der Vorwurf, dass die Unternehmensführung unter Gerd Finkbeiner zur Rollenmaschinen-Produktion nach Augsburg geschielt hat und das Offenbacher Geschäftsfeld ganz aufgeben oder in Augsburg eingliedern wollte.

Maschinenbau-Knowhow anderweitig verwerten

Als mit Markus Rall der bei „manroland“ für die Geschäftsbereiche Bogendrucksysteme und Produktion verantwortliche Vorstand das Unternehmen im Oktober 2011 verließ, hat dies der Skepsis gegenüber einem ernsthaften Interesse an der Entwicklung des Offenbacher Standorts natürlich Auftrieb gegeben. Der Standort Offenbach sollte sich aber nicht mit dem Blick zurück belasten, sondern sich vielmehr darauf besinnen, dass sich das Maschinenbau-Knowhow beispielsweise bei der Feinsteuerung von Getrieben auch anderweitig verwerten lässt, etwa bei Kunden in der Automobilindustrie oder bei Windenergieanlagenbauern.

Und dann gibt es noch eine Gießerei, die ihre Dienste ebenfalls außerhalb anbieten könnte. Wenn „manroland“ derart diversifizieren würde, entstünde eben ein breit aufgestellter Maschinenbauer, der sich für seine Homepage einen anderen Slogan ausdenken müsste. Es gibt Schlimmeres.

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