Bei „manroland“ drohen Mitarbeitern Einbußen

Offenbach ‐ Beim krisengeschüttelten Druckmaschinenhersteller „manroland“ ist ein Sparpaket auf den Weg gebracht worden, mit dem die Belegschaft in diesem Jahr einen Beitrag zur Sanierung des Unternehmens leisten soll. Von Marc Kuhn

Vorstand und IG Metall hätten ein Eckpunktepapier unterschrieben, bestätigte Jürgen Bänsch, der Gesamtbetriebsratsvorsitzende von „manroland“, unserer Zeitung. Er zeigte sich überzeugt davon, dass die Übereinkunft in den nächsten Tagen in einen Tarifvertrag mündet. Sie solle für die tarifvertraglich gebundenen Mitarbeiter gelten, erklärte Andrea Bleesen, Sprecherin von „manroland“.

In Offenbach sollten 2010 etwa zehn Millionen Euro auf diese Weise eingespart werden, berichtete Bänsch. Ähnliche Vereinbarungen seien für die anderen Standorte geplant. In Augsburg sollen rund 15 Millionen Euro, in Plauen etwa vier Millionen Euro eingespart werden. Im Gegenzug wolle „manroland“ in diesem Jahr auf betriebsbedingte Kündigungen verzichten, erläuterte Bleesen. Durch die Übereinkunft würden rund 100 Arbeitsplätze gerettet. Wenn der bereits vereinbarte Jobabbau umgesetzt worden sei, habe „manroland“ Ende des Jahres im Rhein-Main-Gebiet weniger als 2 000 Mitarbeiter, sagte die Sprecherin. Im vierten Quartal 2009 und Anfang diesen Jahres hat sich der Auftragseingang bei „manroland“ nach ihren Worten auf niedrigem Niveau stabilisiert.

Übereinkunft ist in Offenbach abgelehnt worden

Das Papier sehe für den Standort Offenbach vor, dass die Mitarbeiter von „manroland“ in diesem Jahr einmalig auf das Urlaubsgeld verzichten, erklärte Bleesen. Zudem werde das Weihnachtsgeld um 70 Prozent gekürzt. Darüber hinaus solle es keine Zahlungen in die betriebliche Altersvorsorge geben.

Den Ergebnissen der Verhandlungen über das Sparpaket hätten die IG-Metall-Mitglieder in Augsburg und Plauen zugestimmt, berichtete Bänsch. In Offenbach habe eine Mehrheit dagegen votiert, erläuterte Peter Wich von der hiesigen IG Metall. Rund 60 Prozent hätten die Übereinkunft abgelehnt, sagte auch Bänsch. Stein des Anstoßes war die geplante Übernahme des ebenfalls angeschlagenen Schweizer Konkurrenten Wifag durch „manroland“, obwohl sein Vorstand versichert hat, dass der Schritt nichts koste, wie Wich berichtete.

Die Entscheidung in Offenbach habe aber „rechtlich keine Bindung“, erklärte er weiter. Die Gesamtheit der Belegschaft von „manroland“ habe sich für die Übereinkunft entschieden, sagte Bänsch. Und auch der Bundesvorstand der IG Metall habe sich am Montag für das Sparpaket ausgesprochen, berichtete der Gesamtbetriebsratsvorsitzende. „Alles andere hätte katas trophale Folgen für den Standort Offenbach gehabt.“ Schließlich hatte der Vorstand von „manroland“ erklärt, sofort Kündigungen auszusprechen, wie Bänsch berichtete.

Rubriklistenbild: © manroland

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