Marienschülerinnen befragen Politiker

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Was halten sie von G8? Brauchen wir eine Frauenquote? Fünf Vertreter der Parteien im Bundestag stellten sich den Fragen der Marienschülerinnen. Die Idee für die erste Podiumsdiskussion dieser Art kam vom Leistungskurs Politik und Wirtschaft.

Offenbach - Von politischem Desinteresse keine Spur: Die Schülerinnen der Marienschule haben sich über Politik informiert, haben diskutiert und Streitpunkte gefunden. Von Sonja Achenbach

„Im Unterricht hatten wir die Euro-Krise als Thema und sind dabei auf die Idee gekommen, so ein Thema mit Politikern zu diskutieren“, erzählt Schulsprecherin Lydia Wachtel. Die jungen Frauen des PoWi-Leistungskurses von Beate Lückert nahmen die Organisation in die Hand.

Vier von fünf Parteien entsandten ihre Wahlkreiskandidaten. Von der SPD kam Dirk Gene-Hagelstein. Für die Linke nahm die Bundestagsabgeordnete Christine Buchholz am Tisch Platz. Die Grünen vertrat Wolfgang Strengmann-Kuhn, er tritt als Direktkandidat seiner Partei für den Bundestag an. Die Parteien aus der hessischen Regierungskoalition schickten Paul-Gerhard Weiß (FDP) und das amtierende Bundestagsmitglied Peter Wichtel (CDU). Weiß ist Kreisvorstandsvorsitzender der Liberalen und als Einziger kein Kandidat für die Bundestagswahl am 22. September.

Bildungspolitik, Frauenförderung und Sparpolitik

Mit den Themen Bildungspolitik, Frauenförderung und Sparpolitik in der Euro-Krise hatten sich die Schülerinnen Schwerpunkte gesetzt. „Die Politiker kannten die Fragen im Vorfeld nicht“, betont Schulleiterin Dr. Beate Lückert. Diese drehten sich um die Notwendigkeit einer Frauenquote, den Umgang mit Schulden in der Euro-Krise, das Betreuungsgeld und die Frage nach G8 oder G9. Die rege Diskussion musste zur Mittagszeit abgebrochen werden.

Während Weiß und Wichtel sich einig waren, dass in der Frage nach G 8 zu schnell „der Kopf in den Sand“ gesteckt worden sei, fanden die Vertreter der anderen Parteien klare Worte für das Schulsystem: „Ich halte G 8 kurz gesagt für grottenschlecht.“ Der Grüne Strengmann-Kuhn sieht das Problem in der Ausführung des Modells und findet bei SPD und Linken Zustimmung.

Initiative für das Betreuungsgeld

Wichtel schiebt die Initiative für das Betreuungsgeld der CSU zu und begründet dies mit den Worten: „Wo die CSU zuständig ist, da stimmt die Familie noch.“ Erntet dafür aber auch vom Liberalen Weiß Kritik. Weil die Marienschule eine Mädchenschule ist, lagen die Fragen nach einer Frauenquote und der Vereinbarkeit von Karriere und Familie nahe. Lediglich Unionsmann Wichtel sieht die Notwendigkeit einer Quote nicht.

Weiß spricht sich während der Diskussion für eine freiwillige Quote der Unternehmen aus. Christine Buchholz zeigt sich vom Optimismus der CDU beeindruckt, befürwortet ähnlich wie Grüne und SPD eine feste Frauenquote in den Unternehmen und erteilt auch den Liberalen eine Absage: „Eine Selbstverpflichtung der Unternehmen funktioniert nie.“

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