Rückkehr zu G9

Rolle rückwärts beim Abitur

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Beim Tag der offenen Tür warteten Eltern gespannt auf die Antwort: Kehrt die Marienschule zurück zum längeren Abitur? Ja, wird sie, zum nächsten Schuljahr.  (c)Foto: p

Offenbach - Die Marienschule kehrt im nächsten Schuljahr zum neunjährigen Gymnasium zurück. Auch die anderen Offenbacher Schulen wollen offenbar wieder zu G9. Von Fabian El Cheikh

Als erste Schule in Offenbach will die Marienschule bereits im kommenden Schuljahr zum neunjährigen Abitur zurückkehren. Diese Entscheidung teilte Schulleiterin Marie Luise Trocholepczy gestern der Öffentlichkeit mit. Bereits am vergangenen Samstag hatte sie Eltern von noch Viertklässlern unter großem Beifall beim Tag der offenen Tür über diesen Schritt in Kenntnis gesetzt.

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Auf ein solches Signal hatten die Erziehungsberechtigten wohl geradezu gewartet: Die Mensa der Schule war bis zum letzten Platz besetzt. Die Schulzweige Gymnasium 5 bis 13, Förderstufe, Realschule und Berufsfachschule sind an der kooperierenden Gesamtschule unter einem Dach vereint. Sie laufen zwar parallel, sind aber in vielfacher Hinsicht gegenseitig durchlässig. Diese Durchlässigkeit erhöhe sich mit der längeren Gymnasialzeit, die ab dem Schuljahr 2014/15 für alle Fünftklässler gilt. Trocholepczy: „Da dadurch auch die zweite Fremdsprache erst wieder ab der Klasse 7 und nicht mehr ab der sechsten Klasse unterrichtet wird, können Förderstufenkinder problemloser nach der sechsten Klasse wechseln.“

Die Marienschule geht als vom Bistum Mainz getragene, staatlich anerkannte Privatschule offenbar keinen Sonderweg. Nach Informationen unserer Zeitung wollen alle Gymnasien die Rolle rückwärts machen. Auf Anfrage teilte der Leiter der Albert-Schweitzer-Schule, Ulrich Schmidt, mit, dass die Gesamtschulkonferenz am 17. Dezember tage. Dann sei mit der endgültigen Entscheidung für oder gegen das sogenannte Turbo-Abi zu rechnen. Wohin die Reise vermutlich gehen wird, deutete Schmidt an: „Wir haben lange Diskussionen geführt und führen immer noch Gespräche, die Tendenz geht aber eher zu G9.“ Die Rudolf-Koch- und die Leibnizschule waren gestern für eine Auskunft nicht zu erreichen.

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Das hessische Kultusministerium hatte es den Schulen nach anhaltender Kritik vor gut einem Jahr freigestellt, wieder zu G9 zurückzukehren. Für die Schulleitungen bedeutet die freilich jede Menge Arbeit. Lehr-, Raum- und Personalpläne müssen angepasst werden. „Das ist alles nicht ganz so einfach“, spricht Trocholepczy für die Marienschule. „Wir arbeiten derzeit an einem Konzept, das wir unserem Schulträger bis Ende Februar einreichen müssen.“

Geplant sei, die positiven Erfahrungen mit dem verkürzten Abitur zu nutzen. „Umgekehrt wollen wir das zusätzliche Schuljahr für das nutzen, wofür unter G8 keine Zeit war.“ Der verpflichtende Nachmittagsunterricht für Fünft- und Sechstklässler soll nach jetzigen Plänen wegfallen, damit die Kinder wieder mehr Zeit haben für Musik, Sport und andere Vereinsangebote. Angedacht ist für diese Jahrgangsstufen auch ein bilingualer Zweig. „Gleichzeitig wollen wir aber die Mittagsangebote, vor allem das gemeinsame Mittagessen, aufrechterhalten, und hoffen, dass die Schüler die Zeit nutzen, um unsere AGs wahrzunehmen.“

Abifeier der Marienschule

Abifeier der Marienschule

In der Mittelstufe soll der Lehrplan anders getaktet werden, so dass Zeit bleibt für zusätzliche Unterrichtsfächer wie den Umgang mit Medien. „Es gibt sehr großen Bedarf an Medienerziehung, damit können wir die Kinder nicht allein lassen.“

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