Aus für Marina besiegelt

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Ein Fleckchen Offenbach mit maritimem Charme: Der Boots-Anliegeplatz im Hafenbecken.

Offenbach ‐ Als das derzeit größte Entwicklungsareal im Rhein-Main-Gebiet in Wassernähe wird das Projekt Hafen Offenbach gerne bezeichnet. Von Matthias Dahmer

Das ist wohl nicht übertrieben, wird doch - wenn alles läuft wie geplant - im früher industriell genutzten Hafen auf einer Fläche von 256.000 Quadratmetern ein komplett neuer Stadtteil entstehen.

Dem Wohnen, Arbeiten und Entspannen am Fluss müssen indes einige Einrichtungen zum Opfer fallen, die man in Offenbach lieb gewonnen hat. Zu diesen bauplanerischen Kollateralschäden zählt vermutlich der Kultur-Treff Hafen 2, über dessen Zukunft die Politik in den zurückliegenden Wahlkampf-Wochen heftigst debattierte. Und dazu zählt mit Sicherheit der seit 1996 existierende Boots-Anliegeplatz im Hafenbecken.

Yachthafen ist vor allem dem Bau der Treppe im Weg

Dem Pächter der Marina, der Bootsbau Speck GmbH in Frankfurt, sei - wie ihm lange vorher mitgeteilt - fristgerecht zum Jahresende gekündigt worden, bestätigt Hanne Reichel, von der Unternehmenskommunikation des Projekts Hafen Offenbach. Die Steganlage mit ihren 52 Liegeplätzen müsse der geplanten Hafentreppe und einem noch zu schaffenden „Sonnenweg“ am nördlichen Hafenbecken weichen. „Die beiden Vorhaben sind Bestandteil unseres Vertrages mit dem Investor ABG und müssen bis zum 1.März 2013 fertig sein. Wir hatten keine Alternative zur Kündigung“, wirbt Hanne Reichel um Verständnis dafür, dass der kleine Yachthafen in heutiger Form verschwinden wird.

Er ist vor allem dem Bau der Treppe im Weg. Denn dafür sei eine schräge Aufschüttung im Hafenbecken nötig, mit der man im nächsten Frühjahr beginnen müsse, so Hanne Reichel. Die Pläne sähen zwar wieder eine öffentliche Marina im Hafen vor. Wann die fertig sei und wie sie im Detail aussehe, könne aber noch nicht gesagt werden.

Von der Firma Speckist wohl keine Unterstützung zu erwarten

Günter Vonrhein wird das nur ein schwacher Trost sein. Der Bootseigner und Mieter in der Marina war „schockiert“ als er am vergangenen Freitag ein Schreiben von Bootsbau Speck erhielt, worin die Firma das Aus für den Liegeplatz verkündete. „Mir ist sehr daran gelegen, mein Zwölf-Meter-Boot auch in Zukunft vor der Haustür zu haben und nicht nach Frankfurt, Hanau oder noch weiter weg ausweichen zu müssen. Ebenso ergeht es den anderen Mietern von Liegeplätzen in der Marina“, sagt Vonrhein.

Von der Firma Speck, die noch Steganlagen in Schwanheim und Griesheim betreibt, haben die Mieter wohl keine Unterstützung zu erwarten. Telefonische Auskünfte zur Zukunft der Offenbacher Marina wurden von dem Unternehmen gestern verweigert.

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