Um Verständnis werben

Marketing mit der Marktplatz-Baustelle

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Noch ist es ruhig am Marktplatz. Doch ab dem 30. Juni rücken die Bagger an und verwandeln den zentralen Ort in der Stadt in eine Baustelle. Eine Imagekampagne soll nun helfen, dass trotz der Bauarbeiten weiter Besucher in die Innenstadt kommen.

Offenbach - Der Marktplatz wird während seiner dreijährigen Umbauzeit zwar nicht dicht gemacht, mit Einschränkungen ist aber zu rechnen. Von Steffen Müller 

Mit einer Imagekampagne will die Stadt bei Gewerbetreibenden, ÖPNV-Nutzern und Passanten um Verständnis werben und Besucher in die City locken.
Der am 30. Juni beginnende Marktplatzumbau hat schon viele Bezeichnungen bekommen: „Schlussstein der Innenstadtentwicklung“ nannte Ex-OB Horst Schneider die Mammut-Maßnahme, die im Masterplan als „Schlüsselprojekt“ deklariert ist. Für Bürgermeister Peter Schneider ist die 5,1 Millionen teure Umgestaltung des Platzes „eine Operation am offenen Herzen“.

Zu der Kampagne gehören auch Poster, die für die Vielfalt Offenbachs werben.   J Foto: Stadt

Damit meint der Mobilitätsdezernent aber nicht, dass es sich um ein riskantes Unterfangen handelt, sondern bezieht sich auf die zentrale Lage des Marktplatzes. Das „Herz“ ist eine Metapher dafür, dass der Marktplatz der Mittelpunkt der Stadt ist, das verbindende Element zwischen Wilhelmsplatz und Frankfurter Straße, und der Taktgeber des Busverkehrs, ein Ankunftsort sozusagen.
Mit „offen“ will Schneider sagen, dass während des Umbaus der laufende Betrieb aufrechterhalten wird. Das betrifft nicht nur die Nutzung des ÖPNV und den Einzelhandel, sondern auch die Menschen die zum Einkaufen in die Innenstadt kommen. Sämtliche Geschäfte bleiben geöffnet und zugänglich, auch wenn die ein oder andere Baustelle im Weg stehen könnte.

Mit seiner Beschreibung des Marktplatzumbaus greift Schneider bewusst den Slogan der neuen Imagekampagne der Offenbacher Stadtinformationsgesellschaft (OSG) auf. Mit „Offenbachs großes Herz. Zum Flanieren. Genießen, Einkaufen und Weiterkommen“ wirbt die OSG nicht nur dafür, während der Bauzeit in die Innenstadt zu kommen, sondern bittet auch um Verständnis für den Umbau. Dabei arbeitet die OSG eng mit dem Amt für Öffentlichkeitsarbeit und der Unternehmenskommunikation der Stadtwerke-Gruppe, dem Amt für Stadtplanung, Verkehrs- und Baumanagement, der Wirtschaftsförderung, dem Mobilitätsunternehmen NiO sowie der Agentur U9 visuelle Allianz zusammen. Als Anliegerbeauftragte betreut zudem Nihad Moufadil die direkt betroffenen Anwohner, Eigentümer und Gewerbetreibenden.

„Wir haben eine Bringschuld gegenüber dem Gewerbe“, begründet OSG-Geschäftsführerin Regina Preis das Budget von 200.000 Euro, das für die Kampagne zur Verfügung steht. Schließlich sind von den Bauarbeiten rund 100 Gastronomie- und Einzelhandelsbetriebe, zahlreiche Ärzte und der Wochenmarkt betroffen.

Alles zum Marktplatz-Umbau auf unserer Themenseite.

Konkrete Ideen, was mit dem Geld gemacht werden soll, gibt es auch schon. Mit einer Postkarten-Serie wird für die Vielfalt Offenbachs geworben, an alle Geschäfte, Ärzte und Apotheken wird eine Broschüre ausgeteilt, die über den Marktplatzumbau informiert und an die Kunden weitergegeben werden kann.

Außerdem sind „Umbau-Gutscheine“ geplant. Dieses Projekt muss noch mit dem Einzelhandel abgestimmt werden. Vorgesehen ist, dass an einer zentralen Stelle ein Gutschein gekauft wird, der in allen teilnehmenden Geschäften eingelöst werden kann. In zwei Wochen finden die abschließenden Gespräche statt, berichtet Presseamtsleiter und zweiter OSG-Geschäftsführer Fabian El Cheikh.

Bilder: Marktbeschicker testen neue Zufahrt am Wilhelmsplatz

Mit verantwortlich für die Kampagne ist die Offenbacher Agentur U9 visuelle Allianz. Dessen Leiter Andreas Gnass erklärt das Konzept genauer. „Wir machen kein Marketing für die Baustelle, sondern für das Leben, das sich drumherum abspielt.“ Als weitere Pläne nennt er einen kulinarischen Wettbewerb. Die Gastronomie-Szene in der Innenstadt und deren Gäste sind aufgefordert, ein typisches Offenbacher Fast-Food-Gericht zu komponieren – „den Offenbacher“.

Zum Abschluss der Bauarbeiten im Sommer 2021 ist außerdem ein Weltrekordversuch geplant. Ziel ist es, bei einem Bürgerfest die weltlängste Picknick-Tafel aufzustellen. Hergestellt werden soll eine Verbindung von der Frankfurter Straße bis zum Wilhelmsplatz. Die bisherige Bestmarke liegt laut Gnass bei etwa 300 Metern. „Die Chancen für einen neuen Rekord stehen also gut.“

Einen Überblick zu sämtlichen Aktionen und den Stand des Marktplatzumbaus gibt es im Internet unter www.marktplatz-umbau.de

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