Marktbeschicker ziehen weiter

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Wer suchet, der findet: Die Marktbeschicker ziehen um auf den nördlichen Teil des Wilhelmsplatzes.

Offenbach (mk) ‐   Wie immer, kann es die Verwaltung - und an deren Spitze Horst Schneider - nicht jedem Recht machen. Gerade am Wilhelmsplatz, für viele Offenbachs Visitenkarte schlechthin, scheiden sich die Geister, gibt es Ausbaugegner und -Befürworter.

Nun dürfen sie übers Ergebnis streiten: Der nördliche Teil mit seiner neuen Pflasterung ist fertig.

Oberbürgermeister Horst Schneider sagt zur Halbzeit: „Der Umbau ist ein Kraftakt, der von allen Beteiligten Einschränkungen verlangt. Ich möchte mich bei den Anwohnern, Beschickern und Wirten für die Geduld bedanken. Schmutz, Lärm und Probleme sind auf einer Baustelle nicht zu vermeiden. Die Stadt hat den versprochenen Termin für die Fertigstellung des ersten Bauabschnittes aber eingehalten. Der Wilhelmsplatz ist als Treffpunkt in dieser Stadt wichtig. Er prägt das Quartier. Diese Bedeutung muss auch das Stadtbild hier unterstreichen.“

Am Freitag ist die Generalprobe, am Samstag folgt die Premiere. Der Wochenmarkt zieht um. Ein nur kurzer Weg zwar, denn die Stände müssen nur wenige Meter weiter rücken. Dennoch wird sich der Markt Beschickern und Besuchern im veränderten Antlitz präsentieren. In den vergangenen drei Monaten wurde auf dem Wilhelmsplatz gebaggert, planiert und gepflastert. Auf seiner Nordseite ist der rissige Asphalt schon verschwunden, Naturstein dominiert. Eigentlich sollte der Platz am Samstag erstmals bestückt sein. Die Baufirma fährt aber eigens eine Sonderschicht, damit die Marktbeschicker bereits am Freitag, ohne den Hochbetrieb am Wochenende, den Aufbau auf der neuen Fläche proben können. Trotz des Umbaus bleibt es drei weitere Monate eng auf dem Wilhelmsplatz. Bis Februar 2010 wird der südliche Teil umgebaut. Erst danach nehmen die Beschicker das gewohnte Areal wieder in seiner ganzen Größe in Besitz. Rund 400 000 Basaltquader sind bis Ende Februar verlegt. Das übernehmen Portugiesen, die in Europa die Kunst besonders gut beherrschen, diese Steine möglichst fugenlos zu verbinden.

Original Pflasterstein 19. Jhd. vom Offenbacher Wilhelmsplatz – gefunden 2009

Zur Halbzeit feiern Gastronomen, Stadt und Händler am Samstag, 28. November, von 8 bis 14 Uhr „Richtfest“. Die Wirte rund um den Wilhelmsplatz laden zu einem Glas „OF-prickelt“-Sekt mit verschiedenen kleinen Snacks zum Preis von jeweils einem Euro pro Happen. Die Stadt wird vor dem Markthäuschen über die weiteren Bauphasen informieren. Vor dem Informationsstand der Stadt liegen am Samstag 50 Pflastersteine aus dem 19. Jahrhundert, die bislang die nachträglich auf dem Wilhelmsplatz aufgebrachte Teerdecke verbarg. Gegen eine Spende von 25 Euro können Interessierte einen der Steine kaufen. Dieser wird anschließend graviert und kann bis Weihnachten von dem neuen Besitzer abgeholt werden. Die Gravur lautet: „Original Pflasterstein 19. Jhd. vom Offenbacher Wilhelmsplatz – gefunden 2009.“ Die Erlöse sind für die Initiative „Essen und Wärme“ bestimmt.

Im Zelt informiert das Planungsamt über den weiteren Ausbau des Platzes und der Seitenstraßen. Die Arbeiten an den Rändern sollen bei gutem Wetter im Februar beginnen. Bis Ende August soll dann der Platz von Hauskante bis Hauskante umgestaltet sein. Eingeladen in das Informationszelt sind besonders die Anwohner. Sie werden auch per Rundschreiben benachrichtigt. Erstmals werden in Offenbach Computeranimationen gezeigt, die dem Betrachter erlauben, von der Frosch- in die Vogelperspektive zu wechseln, um die Planungen aus unterschiedlichen Blickwinkeln zu betrachten, sie quasi auch virtuell begehen zu können. Die Kamera vermittelt am Beispiel der Baukörper ein gutes Bild der künftigen Proportionen.

Bis zum Samstag sollen neue Lampen stehen

Bis zum kommenden Samstag sollen auch die ersten neuen Lampen vom Typ Amaryllis rund um den Platz stehen. Die Gestaltung der Leuchte, die nach der Pflanze genannt wurde, die in Deutschland als Ritterstern bekannt ist, verbindet Moderne und Historie. Auch der Kabelsalat während des Wochenmarktes verschwindet. Die versenkbaren Verteiler, die die Stände mit Strom versorgen, sind bereits am Netz angeschlossen.

Bis zum Ende der Bauarbeiten auf dem Wilhelmsplatz kann auf seiner nördlichen Hälfte außerhalb der Marktstunden geparkt werden - zu den bisherigen Konditionen. Anwohner im Besitz eines gültigen Parkausweises stellen ihren Wagen kostenfrei ab. Nach dem Abschluss des Projektes bleibt das Areal um das Markthäuschen autofrei. Geparkt werden kann dann aber weiterhin auf der südlichen Hälfte des Wilhelmsplatzes. Die Stadt Offenbach verspricht sich so eine Belebung des Platzes. Die Cafés, Restaurants und Bistros rund um den Platz können künftig auch Gäste auf dem Platz bewirten.

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