Nach CDU-Kritik treffen sich Amt und Projektfirma

„Im Markthaus-Keller keine neue Nässe, nur Restfeuchte“

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An der Markthaus-Sanierung (hier: 2012) scheiden sich fachliche Meinungen.

Offenbach - Das Amt für Wirtschaftsförderung und die von ihr mit der Markthaus-Sanierung beauftragte Firma Codema kommen zu einem positiven Schluss: kein Grund für Beanstandungen. Anlass für die jüngste Ortsbegehung war ein Bericht unserer Zeitung über Klagen des CDU-Stadtverordneten Dominik Mangelmann.

Der Bauingenieur mutmaßt eine nicht sachgerechte Methode bei der Trockenlegung des Kellers unter dem 1910/11 erbauten Wahrzeichen. Besonders zweifelt er aufgrund historisch üblicher Bauweisen an der Existenz einer (vermuteten) bis unter die Mauern gehenden Bodenplatte. Die andere Seite geht darauf nicht ein, zweifelt aber die Ergebnisse von Mangelmanns eher flüchtiger Feuchtigkeitsmessung an: Eine nur lose an die Oberfläche gehaltene Sonde eines Hydrometers erscheine ungeeignet, für ein aussagekräftige Ergebnis müssten mehrere drei Zentimeter tiefe Löcher gebohrt werden.

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Dennoch gab es die Hydrometer-Gegenprobe. Dabei zeigten sich an Innenwänden Werte von 40 bis 50 Einheiten, an Außenwänden von 100 bis 150, an der Stahlzarge einer Innentür 160. Wenn, wie in der Zeitung zu lesen, 140 bis 150 eine nasse Stelle bezeichneten, müsste dort ein permanenter Wasserfilm vorhanden sein, glauben die Träger des inklusive Wirtshaus-Erweiterung 500.000 Euro teuren Projekts. Von Mangelmann monierte Salzausblühungen hingegen deuteten auf Restfeuchte der zu Sanierungsbeginn durchnässten Außenwände hin, nicht aber auf neu von unten eindringende Nässe. Sie befänden sich – außer im zum Aufenthalt eigentlich ungeeigneten Marktmeisterbüro – auch nicht an von Codema „wandinnenseitig“ sanierten Flächen.

Die fraglichen Stellen habe vielmehr später der Gastronom mit einer relativ dampfdichten Dispersionsfarbe angelegt. Die von Codema „offenporig“ gestrichenen Räume indes zeigten eine schadenfreie Wandoberfläche. Von der Stadt heißt es: „Da wir uns noch im vierjährigen Gewährleistungszeitraum befinden, ist die Stadt gut beraten, eventuelle Mängel der Bauausführung zunächst von der Firma prüfen und beseitigen zu lassen.“ 

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tk

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