Markthaus: Hessisch-innovativ

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Gastronom Eric Münch darf fürs Bild mal die Arme gemütlich verschränken. Hier steht er am Durchgang zu dem neu entstandenen Raum in „seinem“ Markthaus. Dort finden künftig 70 Gäste Platz.

Offenbach - „Ist der Eric da?“ Die Frage ist schnell beantwortet. „Nein, der kauft ein. “ Heißt: Der Gast muss nicht lange warten. Was bei anderen Gastwirt möglicherweise etwas länger dauert, erledigt Eric Münch vor der Haustür – zumindest an Markttagen. Frischer geht’s kaum. Von Martin Kuhn

Da stürmt er schon in sein Markthaus, einige sagen lieber Markthäuschen, drei, vier prall gefüllte Beutel mit reichlich Grünzeug in beiden Händen. Schnell in die Küche damit, ein paar Hinweise ans Personal. Hinsetzen, durchschnaufen – endlich...

So steht’s auch vor dem Markthaus auf der Tafel angeschlagen: „Endlich! Ab sofort ist das neue, alte Wohnzimmer wieder geöffnet.“ Bis es so weit gewesen ist, hat’s gut fünf Wochen, viel Staub und jede Menge Schweiß gekostet. „Die ersten zwei Wochen hätte ich in Urlaub fahren sollen“, resümiert Münch.

Diese Erkenntnis kommt dem Offenbacher Wirt mit Leib und Seele zu spät. Danach verbringt er täglich mehrere Stunden auf der Großbaustelle, kontrolliert, korrigiert, probiert aus, packt an. Hat sich das alles gelohnt? „Ja“, sagt er und lächelt zufrieden. Darf er auch!

Am Entree hat sich nichts geändert

Am Entree hat sich nichts geändert. Tür auf, gleich zwei Tische, links der rustikale Tresen. Aber dann: Rechts, wo’s ursprünglich über eine enge Wendeltreppe zu den Toiletten ging, steht ein Tisch. Dahinter ist die Tür zu den neuen Sanitäranlagen: ebenerdig und somit barrierefrei – ein klarer Gewinn. Im Keller stehen seinem Team Kühlräume und eine Vorbereitungsküche zur Verfügung. „Wir können jetzt viel bequemer arbeiten“, weiß er. Ehemals war vieles auf beengte zwölf Quadratmeter zusammengefasst.

Die Ausdehnung des Kochbereichs ist auch dringend notwendig. Schließlich ist der Gastraum deutlich gewachsen – Platz für 70 statt 45 Gäste. „So schnell müssen wir jetzt keinen wegschicken.“ Heißt: Hinten rechts, parallel zur Bieberer Straße, steht Münch ein gänzlich neuer Raum zur Verfügung. Mit gewohnt rustikalen Möbeln, aber durch einen neuen, dezenten Anstrich vielleicht einen Hauch moderner: „Den Leuten gefällt’s; bislang habe ich nur positive Resonanz erhalten.“ Die Küche ist weiter gutbürgerlich, Münch bezeichnet sie selbst als hessisch-innovativ (dazu rechts).

Neu und bereits von einem harten Kern als überaus lecker bewertet: Allgäuer Büble Edelweißbier aus dem Fass. Also: Alles bestens im Markthaus! Da wird Eric Münch etwas nachdenklicher. „Nein“, sagt er mit Blick auf die Freiluftsaison, auf die so viele Gäste warten. Wann die gut 80 Terrassenplätze wieder belegt sind, hängt allerdings nicht allein vom Wetter ab. Das Fundament des alten Baus muss auch auf dieser Seite noch freigelegt und getrocknet werden.

Wie lange und tief so etwas geht, ist ringsum zu begutachten. „Sollte eigentlich im Dezember fertig sein“, sagt er und fügt hinzu: „Das funktioniert so nicht.“ Da ist wohl noch das eine oder andere Gespräch mit dem Vermieter fällig – das ist die Stadt, die sich so gern mit dem Wochenmarkt schmückt.

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