Am  Wilhelmsplatz

Markthaus wird trockengelegt

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Wie eine Art Wasserschlösschen präsentiert sich derzeit das Markthaus am Wilhelmsplatz. Das Fundament wird erst frei- und dann trockengelegt.

Offenbach - 1911 wurde das Markthaus am  Wilhelmsplatz gebaut – als Unterstand und Geräteschuppen für die Beschicker. Heute können Offenbacher erahnen, wie der technische Fortschritt Einzug hielt. Von Martin Kuhn

Zur Trockenlegung legen Arbeiter das Fundament frei und gewähren einen Blick in den Untergrund. Der zeigt: Diverse Versorgungsleitungen führen durchs Mauerwerk.  Das ist feucht und muss abgedichtet werden. Parallel verordnet die Stadt als Eigentümerin der lieb gewonnenen Liegenschaft einen weitere Sanierung.

Das Markthaus am Wilhelmsplatz gilt als Beitrag von Offenbachern für Offenbacher und allen, „die sich bei uns wohlfühlen“, formuliert Eric Münch auf seiner Internetseite. Und die sollen es in Zukunft ein Stückchen angenehmer haben. Neben der Trockenlegung, die als unaufschiebbar gilt und im Frühjahr vom Stadtparlament nach langem Diskurs auf den Weg gebracht wurde, ist die Sanierung und Zusammenlegung der Toiletten für Marktbeschicker und Markthausgäste zentrales Element.

„Gerade für etwas ältere Gäste ist das eine Erleichterung“

Wen’s nach veredelter hessischer Hausmannskost (vom „Offebacher Stinker“ bis zum „Limburger Säcker“) bisher drückte, musste sich bislang in den Keller verdrücken. Künftig ist das ebenerdig möglich. „Gerade für etwas ältere Gäste ist das eine Erleichterung“, hofft Münch. Die Gäste erreichen die Toilette weiterhin von innen, die Beschicker an den Markttagen von außen.

Mit WC-Sanierung und -Zusammenlegung verbindet die Stadtverwaltung zudem die Hoffnung, „dass das Gebäude künftig trocken bleibt“. Die Arbeiten rund um das Markthaus sind nach Angaben von Wirtschaftsförderer Jürgen Amberger, in dessen Zuständigkeit auch diese städtische Liegenschaft fällt, bis Ende Januar beendet – falls nicht Dauerfrost einsetzt. Für diese Zeit erwartet er minimale Einschränkungen für die Gäste.

Für vier Wochen geschlossen

Das ändert sich im Februar. Dann muss Eric Münch für vier Wochen seinen Betrieb schließen. „Im März“, verspricht Amberger, „soll zumindest der Gastraum wieder voll funktionsfähig sein.“ Notfalls müssten die Toiletten eine Woche später in Betrieb gehen.

Trotz dieser Beeinträchtigungen überwiegt bei Münch die Vorfreude. Letztlich kommt der dritte Teil der Baumaßnahme seinem Restaurant zugute. Im Keller bringt sie zusätzliche Lagerräume, die er dringend benötigt, und zur Bieberer Straße hin entsteht ein kleines Kolleg für etwa 20 Personen: „Wir werden sehen, ob und wie das angenommen wird.“

Vor allem die räumliche Expansion kompensiert ein bisheriges Markthaus-Manko. In der kalten Jahreszeit steht nicht einmal die Hälfte der Sitzfläche wie mit dem sommerlichen Terrassenbetrieb zur Verfügung. Die vergrößerte gastronomische Fläche lässt sich die Stadt als Vermieterin selbstverständlich entgelten. Der Pachtvertrag mit Eric Münch, der noch neun Jahre läuft, wird entsprechend angepasst.

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