Marktplatz in Offenbach

Umbau billiger zu haben

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Im Rathaus hat man nachgerechnet. Herausgekommen ist eine günstigere Variante der Marktplatz-Umgestaltung.

Offenbach - Noch steht der Beschluss vom August 2013: Als „Schluss-Stein des Innenstadt-Umbaus“, wie der Oberbürgermeister gerne formuliert, soll der Marktplatz für 4,3 Millionen Euro umgestaltet und verkehrsberuhigt werden. Von Matthias Dahmer 

Die Kritik an dem Votum des Stadtparlaments folgte unmittelbar: Vehement wurde und wird die damit verbundene Änderung der Verkehrsführung abgelehnt. Zum städtebaulichen kommt mittlerweile der in Offenbach nicht ganz unwichtige finanzielle Aspekt. Zusammengefasst lautet der: Es gibt Wichtigeres als einen neu gestalteten Marktplatz. Konkret wurde die CDU in einem Antrag, den die Koalitionsmehrheit in der jüngsten Sitzung des Stadtparlaments letzlich ablehnte: Auf den Umbau des Marktplatzes möge man doch zugunsten der Schulbausanierung verzichten.

Was die Kosten eines schöneren Marktplatzes angeht, kann Markus Eichberger, Chef des Stadtplanungsamts mit Neuigkeiten aufwarten: Man habe das Ganze nochmal durchgerechnet und sei zu einer Variante gelangt, die „kostenmäßig interessant“, sei. Ob diese günstigere Umbau-Version die Kritiker besänftigt, muss offen bleiben. Konkrete Zahlen will Eichberger noch nicht rausrücken. Fest steht nur: Das, was nun mit spitzerem Bleistift errechnet wurde, erfordert einen neuen Beschluss des Stadtparlaments. Der könnte möglicherweise schon in einer der nächsten Sitzung fallen. Eichberger: „Falls es beim 2013er-Beschluss bleibt, würden wir mit dem Realisierungswettbwerb sofort beginnen, kommt ein neuer Beschluss könnten wir im Sommer loslegen.“

Die Union nutzte die jüngste Parlaments-Debatte um die Prioritäten bei Bauvorhaben für eine Abrechnung mit der städtischen Investitionspolitik: Michael Weiland zeigte sich für die CDU zwar zufrieden darüber, dass es nach eiern Zwangspause mit den Schulsanierungen weitergehe. Er warf Stadtregierung und Koalition jedoch vor, die falschen Prioritäten zu setzen. So sei etwa eine neue Turnhalle in Bieber-Waldhof zugunsten eines Besucherzentrums im Wetterpark verschoben worden. Im übrigen könne es nicht sein, dass bei der zeitlichen Abfolge der Schulbausanierungen das Geld für die eine Schule von einer anderen „geklaut“ werde, so Weiland.

Parkhaustest in Offenbach

Parkhaustest in Offenbach

FDP-Mann Dominik Schwagereit erinnerte daran, dass die Aufsichtsbehörden wegen des Klinik-Desasters die Pausentaste bei den Schulbausanierungen gedrückt hätten. Wenn man es ernst meine mit dem Vorrang für Bildung, so Schwagereit, müsse man einen „Pakt des Verzichts“ schließen und Lieblingsprojekte auf den Prüfstand stellen. Für CDU-Fraktionschef Peter Freier hat die Innenstadt andere Probleme als den Marktplatz. Die Koalition wolle hier aus Trotz mit dem Kopf durch die Wand. Was die Fortschreibung des Sanierungsprogramms angehe, werde der Bürger „hinter den Baum geführt“, so Freier. „Bei ein paar Schulen passiert was, wie in fünf Jahren mit den restlichen umgegangen wird, ist unklar.“

SPD-Fraktionsvorsitzender Andreas Schneider gab zu bedenken, der CDU-Vorschlag bedeute, außer Schulen werde es nichts mehr an Investitionen geben in der Stadt. Ähnlich argumentierte Bürgermeister Peter Schneider (Grüne): „Ein Ding läuft, alles andere bleibt dafür stehen – so kann man eine Stadt nicht regieren.“ Bis zum Jahr 2026 nur noch die Schulen anzupacken sei nicht möglich. Im übrigen sei die mittelfristige Finanzplanung zum Sanierungsprogramm mit den Aufsichtsbehörden abgestimmt.

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